
American Football ist in Österreich keine Randsportart mehr. In der diesjährigen Saison hat der Sport ein weiteres mediales Etablierungselement bekommen. KICK OFF ist eine Zeitschrift, die sich ausschließlich mit Themen rund um den österreichischen American Football beschäftigt. Der Chefredakteur und Herausgeber Manfred Schlitzer hat jahrelange Erfahrung als Sportjournalist. Im Interview mit Medienjournal beim Euro Bowl Finale im Wiener Hohe Warte Stadion erzählt er über dieses langersehnte Projekt.
Medienjournal: Was ist das KICK OFF? Was können sich unsere Leser darunter vorstellen?
Schlitzer: KICK OFF ist das erste österreichische American Football Magazin. Es wird gratis bei allen Footballspielen in Österreich verteilt und auch gratis an alle Vereine ausgeschickt, die dann vor Ort die Verteilung übernehmen. Das heißt, eigentlich sollte jeder österreichische Footballfan und jeder österreichische Footballer in den Genuss dieses Heftes kommen. Das Magazin ist kostenlos, gibt über den Verein Auskunft und liegt regelmäßig in den Stadien auf.
Medienjournal: Wie ist die Idee zu Stande gekommen KICK OFF zu gründen?
Schlitzer: Die Idee ein Footballmagazin zu machen, hatten ich und einige Freunde von mir schon längere Zeit. Ich war aber als Chef vom Dienst bei der Sportwoche so ausgelastet, dass sich das zunächst einfach nicht realisieren ließ. Dann haben sich die Wege von Styria (Anmdd.: Verlag der Sportwoche) und mir getrennt. Und dann war natürlich die erste Idee die ich hatte, eine Footballzeitschrift zu machen. Das war eine ungefähr fünfminutige Besprechung mit Anzeigenleiter und Coherausgeber Tobias Oberzeller und wir haben beschlossen, das Projekt in die Tat umzusetzen.
Medienjournal: Wie ist die Arbeit der Redaktion organisiert?
Schlitzer: Organisationsprinzip ist die Selbstausbeutung. Das heißt, ich schreibe etwa zwei Drittel des Heftes selbst. Dazu kommen drei bis vier freie Mitarbeiter, die auf Honorarbasis arbeiten. Die Bezahlung ist dementsprechend schlecht. Das liegt nicht daran, dass ich die Arbeit so wenig schätze, sondern daran, dass es einfach schwierig ist, das Ganze zu finanzieren. Ich hoffe, dass es besser wird und es schaut auch ganz gut aus.
Medienjournal: Wie oft erscheint KICK OFF?
Schlitzer: Wir hatten geplant, das Magazin viermal pro Jahr zu publizieren, wurden aber durch das relativ hohe Interesse der Anzeigeindustrie dazu gebracht, heuer doch fünf Hefte herauszugeben. Im Jahr 2011 sind bis zur Heimweltmeisterschaft in Österreich vier Hefte geplant. Bis dahin sollte sich entscheiden, ob wir uns so am Markt etabliert haben, dass es dieses Heft weiterhin geben kann.
Medienjournal: Wie gut ist das Magazin beim Leser angekommen?
Schlitzer: Bis jetzt haben wir drei Hefte gemacht, wie gesagt eines mehr als wir eigentlich vorhatten. Weil nach der ersten Ausgabe das Interesse so groß war, dass wir praktisch eine Zwischennummer eingeschoben haben. Also der Response ist sehr gut, wir kriegen durchwegs positive Meldungen aus der Szene, wobei das aber nicht das Erscheinen des Heftes garantiert. Für uns essenziell ist das Interesse der Werbewirtschaft, weil das Heft gratis ist und wir rein vom Anzeigenerlös leben müssen. Das setzt aber natürlich voraus, dass das lesende Publikum Interesse daran hat.
Medienjournal: Hat KICK OFF sonstige Auftritte außer als Printausgabe?
Schlitzer: Wir versuchen im Netz mehr und mehr Fuß zu fassen. Deshalb starten wir jetzt die Aktion „Wähle den Cheerleader deines Herzens“. Das dient nicht nur dazu, die Mädels zu promoten und darzustellen, sondern auch den Leser praktisch bei der Stange zu halten. Und den Leser in der Off-Season auch ans Blatt und an unsere Internetseite zu binden.
Medienjournal: Haben Sie ein Ziel bezüglich des Magazins?
Schlitzer: Das Ziel Nummer eins wäre, dass es KICK OFF auch nach der Heimweltmeisterschaft 2011 noch gibt. Wenn wir es schaffen, dass das Magazin sich zumindest finanziert bzw. vielleicht leichten Profit abwirft, dann haben wir eigentlich schon Frohland.
Foto: Herbert Kratky
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INFO
| Dr. Manfred Schlitzer - Geboren am 6. Dezember 1958 in Klagenfurt. - Studium der Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Salzburg. - Danach Mitarbeiter bei der SPÖ-Zeitschrift Salzburger Tagblatt, freier Journalist für Profil, Sports life (GER), Nissan-Magazin, Visa-Magazin, Powerplay u.a. - Von 1989 bis 1999 Redakteur beim Sportmagazin - 1996 bis 2000 Gründer und Chefredakteur von Rapid Magazin, später Berater und Autor- 1999 bis 2009 Chef vom Dienst der Sportwoche - Seit Oktober 2009 Gründer und einer der Geschäftsführer von Sport Media Services http://www.sportsmediaservices.at/ |
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Es ist erfreulich, daß dieses Magazin geschaffen wurde und vor allem von den Fans so gut angenommen wird. Wir als grafischer Gestalter des Magazins und der Website freuen uns, daß der Response so überaus positiv ausfällt und wünschen dem KICK OFF-Team weiterhin viel Erfolg und daß die Selbstausbeutung sich in Grenzen hält
Kommentar by Kaisa — Juli 20, 2010 @ 11:30 am
Wunderschön gemachtes Heft, tolle Fotostrecken, angenehmes Format – ich freu mich auf jede neue Nummer!
Kommentar by bayou — Juli 21, 2010 @ 7:57 am