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15. Dezember, 2010 | laura.sabetzer


Die österreichische Literaturzeitschrift manuskripte feiert ihren 50. Geburtstag. Zelebriert wurde dieses Jubiläum mit einem Fest im Grazer Schauspielhaus und einer Ausstellung im Literaturhaus Graz.

1960 erschienen die manuskripte das erste Mal zur Eröffnung des Forum Stadtpark. 50 Jahre und 190 Ausgaben später feierte der Gründer und Herausgeber Alfred Kolleritsch im Grazer Schauspielhaus mit Wegbegleitern und Literaten. Gekommen waren am 4.12. rund 150 Autoren von Peter Handke über Robert Menasse und Reinhard P. Gruber bis Oswald Wiener und Friedericke Mayröcker. Wie immer, wenn so ein Jubiläum begangen wird, kommen Politiker von Rang und Namen um zu gratulieren. Dass Medien, wie die manuskripte, lange um solche Anerkennung kämpfen mussten, wird dabei oftmals verschwiegen.

“Grazer” und “Wiener Gruppe”

Ursprünglich dreimal, dann viermal im Jahr erscheindend, entwickelten sich die manuskripte von einem kleinen unabhängigen Blättchen zu einem richtungsweisenden Blatt für die nationale Literatur. Im Jahr 1995 lösten sie sich vom Forum Stadtpark und wurden ab diesem Zeitpunkt vom manuskripte Literaturverein herausgegeben. Durch die Publikation von Erstlingswerken (auch heute werden nur Erstveröffentlichungen gedruckt) trugen sie erheblich zur Bildung der „Grazer Gruppe“ bei. Junge Autoren wie Barbara Frischmuth, Peter Handke und Gunter Falk fanden durch die manuskripte zueinander. Auch Werke von Autoren der so genannten „Wiener Gruppe“ rund um HC Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Friedrich Achleitner und Oswald Wiener (später auch Ernst Jandl, Friedericke Mayröcker, Gert Jonke, Raoul Hausman und Heimito von Doderer) fanden Eingang in die Zeitschrift.

Ausstellung

Am 3.12. wurde im Grazer Literaturhaus die Ausstellung „Peter Handke und die manuskripte“ eröffnet sowie die Jubiläumsausgabe der manuskripte vorgestellt. Handke und die manuskripte sind so untrennbar miteinander verbunden, wie der weltberühmte Literat mit dem Herausgeber Alfred Kolleritsch. Die beiden verbindet seit Jahrzehnten eine Freundschaft, weshalb ein nicht unwesentlicher Teil der Ausstellung sich mit dem Literaten beschäftigt. Die Schau zeigt Texte, Fotos und die Hefte selbst. Die Kuratoren Kurt Bartsch (Universität Graz), Klaus Kastberger (Österreichisches Literaturarchiv) und Katharina Pektor hatte dabei die mühevolle Aufgabe aus 190 Heften (um die 20.000 Seiten) auszuwählen. Die Ausstellung kann bis 17.12. besucht werden. Die Doppelnummer 189/190 umfasst übrigens 676 Seiten – ein wortwörtlicher Literaturwälzer und die ideale Zeitschrift für die Weihnachtsfeiertage.

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