Im Rahmen des „Journalismuspreis von unten“ zeichnete die Armutskonferenz am 19. Dezember in Wien Beiträge aus, die sich besonders hintergründig und facettenreich mit dem Thema Armut beschäftigen.
Bereits zum zweiten Mal verlieh die Armutskonferenz den „Journalismuspreis von unten“. Die Jury bestand aus Menschen mit Armutserfahrung. Bei den Beiträgen aus Print, Audio, Fernsehen und Online kam es auf Respekt an. Nicht Herzschmerz und Tränendrüse, sondern realistische Blicke auf die Lebensverhältnisse am „unteren Ende“ der Gesellschaft wurden ausgezeichnet.
„Hinter Statistiken und Zahlen stehen immer Menschen, die nur selten jenen Klischees entsprechen, deren sich der öffentliche Diskurs allzu gerne bedient. Die Armutskonferenz möchte einen Journalismus fördern, der den vielen Facetten von Armut gerecht wird, Betroffene respektvoll behandelt, ihre Stimmen hörbar und ihre Realitäten sichtbar macht und Hintergründe ausleuchtet“, so der Anspruch der Armutskonferenz.
Einfach das Leben zeigen…
In der Kategorie Fernsehen wurde Beate Haselmayer ausgezeichnet, die in der ORF-Sendung „Am Schauplatz“ den Beitrag „Nur ein Bett“ über das Thema Obdachlosigkeit gestaltete. „Der Beitrag ist nicht traurig, drückt nicht auf die Tränendrüse, sondern zeigt einfach das Leben“, lautete die Begründung der Jury. In der Kategorie Radio gewann Barbara Krommer für ihren Ö1-Beitrag „Wohlstand schützt vor Armut nicht“, weil sie Armut faktenreich und in allen ihren Facetten darstellte. Sandra Wobrazek wurde in der Kategorie Print ausgezeichnet. Die News-Journalistin zeigte in ihrem Beitrag „Neue junge Obdachlosigkeit“, dass Armut jeden und jede treffen kann.
Neben diesen Hauptkategorien wurden Anerkennungspreise verliehen. Stefan Hauser von Radio Stephansdom wurde für seine Reportage über „Amber med“ geehrt. Stefan Veigl von den Salzburger Nachrichten wurde für seinen Beitrag „Leben mit 400 Euro“ ausgezeichnet, weil er in einem Selbsttest erprobte, ob er mit der Mindestsicherung über die Runden kommen kann.
Zusätzlich zu den Hauptkategorien gewann Peter Gach einen Sonderpreis für den Bereich Neue Medien. Der Aktivist der Wiener Arbeitslosenbewegung engagiert sich in Form eines persönlichen Tagebuchs „(K)a Hack’n für’n Gach“. Im Tagebuch wird einerseits die Gesellschaft und der Sozialstaat kritisiert, aber auch persönliche Momente fehlen nicht. Die Jury dankte ihm „für das, was er alles getan hat, und dass er nicht aufgibt“.
Foto: Print- Preisträgerin Sandra Wobrazek mit News-Fotograf Marcus Deak, Jurymitglied Rudi Lehner und Martin Schenk von der Armutskonferenz (Quelle und alle Gewinnerfotos: www.armutskonferenz.at)
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