<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Neues Österreichisches Medienjournal &#187; Medienjournal</title>
	<atom:link href="http://medienjournal.at/medienjournal/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://medienjournal.at</link>
	<description>Journal des Österreichischen Medienverbands</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 05:58:27 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Bürger: Mit &#8220;Online&#8221; kann man sehr wohl Geld verdienen</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/burger-mit-online-kann-man-sehr-wohl-geld-verdienen</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/burger-mit-online-kann-man-sehr-wohl-geld-verdienen#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 05:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.aschauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[astrid ebenführer]]></category>
		<category><![CDATA[etat]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[sabine bürger]]></category>
		<category><![CDATA[standard]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=2054</guid>
		<description><![CDATA[Der Österreichische Medienverband sprach mit den beiden Etat-Redakteurinnen von derStandard.at Astrid Ebenführer und Sabine Bürger (Chefin vom Dienst) über die Veränderungen in der Medienbranche, neue Geschäftsfelder und Anforderungen an Medienjournalisten. Medienjournal: Was muss man als Medienjournalist können? Ebenführer: Dasselbe wie alle anderen Journalisten: sich auskennen in dem Bereich, den man bearbeitet, einen Überblick über die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/09/standardetat.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2059" title="standardetat" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/09/standardetat.jpg" alt="" width="490" height="220" /></a><br />
Der Österreichische Medienverband sprach mit den beiden Etat-Redakteurinnen von <em>derStandard.at</em> Astrid Ebenführer und Sabine Bürger (Chefin vom Dienst) über die Veränderungen in der Medienbranche, neue Geschäftsfelder und Anforderungen an Medienjournalisten.<span id="more-2054"></span></p>
<p><strong> Medienjournal: Was muss man als Medienjournalist können?</strong></p>
<p><strong> Ebenführer:</strong> Dasselbe wie alle anderen Journalisten: sich auskennen in dem Bereich, den man bearbeitet, einen Überblick über die Medienlandschaft haben, Kontakte sammeln und sich einfach für sein Gebiet interessieren.</p>
<p><strong>Medienjournal:</strong> <strong>Jedes private Medium finanziert sich über Klicks. <em>derStandard.at/Etat</em> garantiert über 70.000 Ad Impressions &#8211; das geht zumindest  aus den Werbeunterlagen hervor. Der Tausendkontaktpreis (TKP) beträgt 36 Euro. Folglich müssen Sie Ihren Vertragskunden diese Leistung natürlich auch zur Verfügung stellen. Wenn ich das richtig gerechnet habe, lässt sich darüber eine Vollzeitstelle finanzieren. Wie viele Personen arbeiten in Ihrem Team?</strong></p>
<p><strong>Bürger:</strong> Im Etat-Team ist pro Tag eine Person beschäftigt. Insgesamt sind wir drei Leute in der Online-Redaktion und  Harald Fidler aus der Zeitung &#8211; somit vier.</p>
<p><strong>Medienjournal: Inwieweit ist die Geld-pro-Klick-Mentalität in der Realität der Redakteure angekommen? Erste Magazine im internationalen Umfeld beginnen gerade, ihre Leute darüber zu bezahlen.</strong></p>
<p><strong>Ebenführer:</strong> Ich als Redakteurin freue mich natürlich, wenn meine Artikel Zugriffe haben, weil es für mich einfach gut ist wenn meine Artikel gelesen werden. Ich merke aber keinen Druck, Zugriffe erzeugen zu müssen.</p>
<p><strong> Medienjournal: Anders gefragt: Irgendwer schaut sich sicher die Zugriffsstatistiken an. Kommt es vor, dass man darauf </strong><strong>in der Redaktion </strong><strong>aufmerksam gemacht wird ?</strong></p>
<p><strong>Bürger:</strong> Jeder Redakteur, jede Redakteurin sieht ja, wie viele Zugriffe eine Geschichte hat. Das ist etwas frei Zugängliches. Man schaut natürlich was die Leser mehr und was weniger interessiert. Aber es hat prinzipiell keinen großen Einfluss darauf, was man im Etat macht. Man macht sicher auch Geschichten, von denen man weiß, dass sie höchst wahrscheinlich nicht so viele Zugriffe haben werden. Wir sind da relativ frei von diesem Druck, Klicks erzeugen zu müssen.</p>
<p><strong>Ebenführer: </strong>Natürlich hat man ein gewisses Gespür als Redakteur. Man weiß, dieser Artikel wird mehr Leute interessieren als ein anderer. Aber das ist kein Grund, den anderen nicht zu schreiben.</p>
<p><strong>Bürger: </strong>Dass man wie in den USA nach Zugriffen bezahlt wird ist Zukunftsmusik und ich denke, das wird sich bei uns nicht durchsetzen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie spielen Ihren Content ja auch über Social Media-Kanäle gratis aus, ohne Lukrierung von Werbegeldern. Beim Medienverband sind das rund 25 Prozent aller Zugriffe. Wie ist das bei Ihnen?</strong></p>
<p><strong>Bürger: </strong>Im Online-Bereich gesamt bekommen wir sehr viele Zugriffe über Suchmaschinen und Social Media. Da nähern wir uns fast den 45 Prozent. Wir zählen da beide Bereiche zusammen. Ich habe keine genauen Angaben über Social Media alleine.</p>
<p><strong>Medienjournal: Inwieweit sind die Redakteure für die Betreuung der Social Media-Seiten zuständig? Sind sie angehalten ihre Artikel auch privat zu bewerben?</strong></p>
<p><strong>Ebenführer: </strong>Bei uns im Etat gibt es den Etat-Kanal und der wird von dem Redakteur, der Redakteurin bedient, der<strong>/</strong>die Dienst hat. Das ist nicht getrennt. Wenn ich eine Geschichte schreibe,  stelle ich sie gleichzeitig auf Facebook im Etat online. Aber nicht auf meine private Seite. Das kann jeder so handhaben, wie er will, da gibt es keine Regelung.</p>
<p><strong>Bürger:</strong> Es gibt natürlich manche, die stellen ihre Interviews auch auf die private Facebook-Seite. Da spricht ja auch nichts dagegen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie kommen Sie zu neuen Lesern und wie wollen Sie die ansprechen?</strong></p>
<p><strong>Bürger: </strong>Ich denke, dass wir sehr viele neue Leser über die Social Media-Seiten bekommen. Darum versuchen wir auch gezielt diese Zielgruppe anzusprechen. Es gibt mehrere Seiten von <em>derStandard.at </em>auf Facebook. Ansonsten versuchen wir einfach, was wir momentan machen, so gut wie möglich zu machen, und hoffen, dass wir auch gerne gelesen werden. Ein wichtiger Punkt ist sicher auch die Kommentarmöglichkeit bei uns.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie definieren Sie Ihre Zielgruppen und was wissen Sie über Ihre Leser unabhängig von den Kommentaren?</strong></p>
<p><strong>Ebenführer: </strong>Die Zielgruppe vom Etat sind einerseits Menschen, die medieninteressiert sind und andererseits die Kommunikations- und Werbebranche, also auch Werbe-, PR- und Mediaagenturen. Die meisten unserer Leser sind Männer.</p>
<p><strong>Medienjournal: Ihre Redakteure haben ja auch einen ganz guten Überblick über den Medienmarkt in Österreich. Welche Entwicklungen zeichnen sich ab?</strong></p>
<p><strong>Bürger:</strong> Im Moment steht die Frage im Raum: Wie geht es im Print- und im Online-Bereich weiter? Was ändern die digitalen Umbrüche, was machen die neuen Geräte wie I-Pads und Apps? Wie lukriert man Geld über Pay-Walls? <em>Wired </em> hat zum Beispiel erst kürzlich geschrieben: &#8220;<a href="http://www.wired.com/magazine/2010/08/ff_webrip/all/1" target="_blank">Das Web ist tot.</a>&#8221; Weil man fast nur mehr über Apps einsteigt und so im Internet herumsurft. Einige setzen auf Bezahlschranken.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie viel Zeit haben Sie pro Artikel für die Recherche?</strong></p>
<p><strong>Ebenführer:</strong> Wenn wir einen größeren Artikel planen,  kann man sich die Zeit nehmen, die man für die Recherche braucht. Für meine Werberats-Geschichte hatte ich so fünf, sechs Stunden.</p>
<p><strong>Bürger: </strong>Wir müssen natürlich schauen, dass wir am tagesaktuellen Geschehen dran bleiben und die relevanten Geschichten auf der Seite präsentieren. Da kann es schon mal sein, dass für solche Sachen weniger Zeit ist.</p>
<p><strong>Medienjournal: Die Medienbranche steht im Umbruch, der Journalisums gerät immer mehr unter Druck. Peter Krotky von <a href="http://www.diepresse.com" target="_blank"><em>die Presse</em></a> meint, im digitalen Bereich seien die funktionierenden Geschäftsmodelle noch nicht gefunden. Welche Geschäftsmodelle und Diskussionen haben Sie wahrnehmen können?</strong></p>
<p><strong>Bürger: </strong>Uns geht es eigentlich relativ gut. Natürlich könnte es, was die redaktionellen Ressourcen betrifft, noch viel besser sein. Aber <em>derStandard.at</em> finanziert sich einerseits durch Online-Werbung, durch Immobilienanzeigen, durch den Stellenmarkt, und andererseits über Content-Verkauf und das geht sehr gut. Wir schreiben ja auch Online schwarze Zahlen.</p>
<p><strong>Ebenführer: </strong>Die Werbespendings verschieben sich Richtung Online.</p>
<p><strong> Bürger: </strong>Ich halte eigentlich nichts davon, immer zu sagen, mit Online kann man nicht leben, mit Online kann man kein Geld verdienen. So ist es nicht.</p>
<p><strong> Medienjournal: Sie haben den Content-Verkauf angesprochen. An wen verkaufen Sie?</strong></p>
<p><strong>Bürger:</strong> Es gibt eine Kooperation mit <a href="http://www.gmx.at" target="_blank">gmx.at</a>. Die Nachrichten auf der Seite werden teilweise von RedakteurInnen von <em>derStandard.at</em> gemacht. Und dann gibt es natürlich, genauso wie in anderen Medien auch, Themenschwerpunkte, die gesponsert werden.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie innovationsfreundlich sind die Förderstrukturen in Österreich?</strong></p>
<p><strong>Bürger: </strong>In erster Linie profitieren die Großen von den Förderungen. Es gab ja Neuerungen bei den Medienförderungen. Man geht einen Schritt weiter, sodass die privaten Rundfunkanstalten gefördert werden. Online-Medien werden zum Beispiel gar nicht gefördert. Die Freien Medien hätten sicher auch gerne mehr oder überhaupt etwas. Ich denke, da ist noch nicht das Optimum erreicht.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://derstandard.at/Etat" target="_blank">derStandard.at/etat</a></li>
<li><a href="http://medienjournal.at/medienjournal/krotky-fur-die-rettung-sind-wir-selbst-verantwortlich" target="_blank">Peter Krotky zu Medien-Geschäftsmodellen</a> (Medienjournal)</li>
<li><a href="http://www.wired.com/magazine/2010/08/ff_webrip/all/1" target="_blank">Das Web ist tot</a> (Wired)</li>
</ul>
<p>Von Martin Aschauer und Heidemaire Porstner</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/burger-mit-online-kann-man-sehr-wohl-geld-verdienen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Journalismus und Internet ≠ Journalismus 2.0</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/journalismus-und-internet-%e2%89%a0-journalismus-2-0</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/journalismus-und-internet-%e2%89%a0-journalismus-2-0#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 05:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>laura.sabetzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
		<category><![CDATA[buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medienjournal.at/?p=2028</guid>
		<description><![CDATA[Journalismus im Internetzeitalter stellt sich nicht nur neuen Herausforderungen, sondern bietet auch neue Möglichkeiten. Durch das Internet hat sich auch die Recherche der Journalisten verändert. Die Frage nach dem Stellenwert des Journalisten im Internetzeitalter wird in einer Studie &#8220;Journalismus 2.0&#8243; aus dem Jahr 2009 nüchtern gestellt und trocken beantwortet. Wer sind die neuen Journalisten im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/journalismus_2.01.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2035" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/journalismus_2.01-483x220.jpg" alt="" width="483" height="220" /></a><br />
Journalismus im Internetzeitalter stellt sich nicht nur neuen Herausforderungen, sondern bietet auch neue Möglichkeiten. Durch das Internet hat sich auch die Recherche der Journalisten verändert. Die Frage nach dem Stellenwert des Journalisten im Internetzeitalter wird in einer Studie &#8220;Journalismus 2.0&#8243; aus dem Jahr 2009 nüchtern gestellt und trocken beantwortet.<span id="more-2028"></span></p>
<p>Wer sind die neuen Journalisten im Internetzeitalter? Wie denken sie, wie handeln sie? Kann man Inhalten aus dem Internet vertrauen? Wie recherchiert der Journalist im Internetzeitalter? Bernd Wollmann und Petra Engl-Wurzer haben sich im Rahmen ihrer Studie &#8220;Journalismus 2.0 &#8211; So denken die Journalisten im Internetzeitalter&#8221; mit diesen Fragen auseinandergesetzt.<br />
Vor dem Hintergrund klassischer kommunikationswissenschaftlicher Ansätze und Forschung, wie dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gatekeeper_%28Nachrichtenforschung%29">Gatekeeper-Ansatz</a>, der <a href="http://www.mediatenor.de/smi_AS_approach.php">Agenda-Setting-Ansatz</a> oder dem <a href="http://luhmann.uni-trier.de/index.php?title=Das_Stimulus-Response-Modell">Stimulus-Response-Modell</a>, beleuchtet die empirische Studie die Zusammenhänge von Journalisten und Internet.</p>
<p>Die ersten Kapitel der Publikation beschäftigt sich mit dem theoretischen Hintergrund der Forschung, wie Mediale Wirkungsforschung (z.B. Agenda Setting-Ansatz), Glaubwürdigkeitsforschung und Theorie zur Nachrichtenauswahl<strong>,</strong> (z.B. Nachrichtenwerttheorie und Gatekeeperforschung). Ansprechend wird es erst im fünften Kapitel, wenn es um Online-Journalismus geht. Diese handelt von <a href="http://www.rss-verzeichnis.de/was-ist-rss.php">RSS feeds</a>, E-Papers heimischer Zeitungen (wie etwa <a href="http://www.kleinezeitung.at/">Die Kleine Zeitung</a>), der Zukunft des Online-Journalismus und der Online Recherche.</p>
<p><strong>Ergebnisse</strong></p>
<p>Die Studie wurde mittels einer Expertendiskussion und einem Onlinefragebogen durchgeführt. Wollmann und Engl-Wurzer fanden u.a. heraus, dass das Internet inzwischen als Hauptrecherchequelle dient und klassische Recherchetools wie Datenbanken abgelöst hat. Journalisten zeigen kaum Vorbehalte gegenüber den Online-Informationen. Meist überprüfen sie ihre Informationen lediglich mittels Gegencheck aus einer zweiten Quelle (S. 124). Jene Journalisten, die Informationen aus dem Internet als unglaubwürdig einstufen, halten das Internet dennoch als geeignetes Recherchemedium.</p>
<p>Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass es keinen Agenda Setter mehr gibt, sondern Contents (=Medieninhalte) sich im Internet den direktesten Weg von der Quelle zum Konsumenten suchen. Damit fällt auch der Gatekeeper weg. Im Internetzeitalter hat Content eine Eigendynamik entwickelt, die häufig nicht mehr beeinflusst werden kann. Die Veränderungen des Internets werden nicht vom Journalisten, sondern von den Usern selbst gelenkt.</p>
<p><strong>Falscher Titel und theoretischer Einheitsbrei</strong></p>
<p>Ärgerlich an  der publizierten Studie ist der irreführende Titel. Das Buch behandelt keineswegs das Phänomen Web 2.0 sondern das Verhältnis zwischen Journalismus und Internet. Der Begriff Web 2.0 kommt in der gesamten Studie kein einziges Mal vor. Auch dass der Onlinefragebogen im Jahr 2002 verschickt wurde, zeigt, dass diese Untersuchung nichts mit dieser Thematik zu tun haben kann. Es ist anzunehmen, dass dieser Titel gewählt wurde, um die Aufmerksamkeit des modernen Lesers zu erlangen, da der Terminus Web 2.0 eine Zeit lang als „Eyecatcher“ populär war.</p>
<p>Die Studie mag für manchen Kommunikationswissenschafter von Interesse sein, der Laie allerdings kann (ohne Vorstudium) mit den darin vorkommenden Begriffen nur wenig anfangen. Wissenschaftliches Schreiben bedeutet nicht das trockene Zusammenfügen von Theorie und Praxis, sondern einen geistreichen und ansprechenden Text, aus theoretischen und praktischen Teilen, zu verfassen. In dem besprochenen Werk aber liest sich der Theorieteil als Einheitsbrei wiedergekäuter kommunikationswissenschaftlicher Theorien, die ohne Kreativität verknüpft wurden. Der Ergebnisteil wird trocken wiedergegeben und liefert nicht einmal interessante Ergebnisse.</p>
<table border="0" bgcolor="#cccccc">
<tbody>
<tr>
<td>Dr. Petra Engl-Wurzer studierte Publizistik, Kommunikation sowie Germanistik und ist PR Director Austria bei Starwood Hotels. Dr. Bernd Wollmann studierte Psychologie, Publizistik sowie Politikwissenschaften und leitet die Abteilung Marketing New Media bei Casinos Austria. Beide Autoren promovierten an der Universität Wien mit Auszeichnung.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Journalismus 2.0 – So denken die Journalisten im Internetzeitalter. Eine Definition journalistischer Typologien auf Basis des Rollenwandels der Journalisten im Internetzeitalter</em>. Taschenbuch. VDM Verlag Dr. Müller Saarbrücken, 2009, 320 Seiten, 79,00 Euro.</p>
<p>Foto: Ausschnitt des Buchcovers</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/journalismus-und-internet-%e2%89%a0-journalismus-2-0/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Kernproblem der Medien ist der Content-Missbrauch&#8221;</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/das-kernproblem-der-medien-ist-der-content-missbrauch</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/das-kernproblem-der-medien-ist-der-content-missbrauch#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 12:02:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.aschauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[agentur]]></category>
		<category><![CDATA[mccann]]></category>
		<category><![CDATA[werbung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=2014</guid>
		<description><![CDATA[Die Werbe- und Medienbranche sind meist eng miteinander verknüpft. Mit Herbert Putz, Geschäftsführer von McCann Erickson, sprachen wir über neue Geschäftsmodelle und &#8220;reiferes&#8221; Personal in der Werbung sowie das Verkommnis von Medien zur Werbeplattform. Medienjournal: Sie sind seit 29 Jahren im Bereich Marketing und Werbung tätig. Inwiefern hat sich die Branche geändert oder anders gefragt: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/mccann-mj.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1980" title="mccann-mj" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/mccann-mj.jpg" alt="" width="490" height="220" /></a><br />
Die Werbe- und Medienbranche sind meist eng miteinander verknüpft. Mit Herbert Putz, Geschäftsführer von McCann Erickson, sprachen wir über neue Geschäftsmodelle und &#8220;reiferes&#8221; Personal in der Werbung sowie das Verkommnis von Medien zur Werbeplattform. <span id="more-2014"></span><strong> </strong></p>
<p><strong>Medienjournal: Sie sind seit 29 Jahren im Bereich Marketing und Werbung tätig. Inwiefern hat sich die Branche geändert oder anders gefragt: Was ist gleich geblieben?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Was gleich geblieben ist, ist die Verpflichtung zum strategischen Verständnis und zur Idee. Es gibt immer eine Marketing-Zielsetzung und eine Kommunikations-Zielsetzung, Was sich in den letzten 20 Jahren verändert hat, ist, dass es heute eine größere Vielfalt an Medien gibt, mit der Sie Ihre Zielgruppe erreichen können. Sie können durch ein veränderndes Medienverhalten der Konsumenten spezifische Zielgruppen sehr exakt und ohne Streuverlust erreichen. Aber das Handwerk hat sich nicht geändert.</p>
<p><strong>Medienjournal: Werbung machen für Kunden, die nicht die Welt verbessern wollen &#8211; wie motiviert setzt man dafür sein Kreativpotential ein? Gibt es da Motivationsunterschiede?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Wer in einer Werbeagentur arbeitet, der darf sich als Kreativer und nicht als Künstler verstehen, weil er einem kommerziellen Zweck dient. Im Prinzip sind wir ein simples Mittel zum Zweck und setzen Kommunikation dazu ein, Nachfrage zu stimulieren, Interesse zu wecken. Wir werden sicher eine Grenze ziehen bei Produkten, von denen wir ganz genau wissen, dass sie nicht gut sind. Die betreuen wir nicht. Aber die Jungs und Mädels widmen sich jedem Thema mit derselben Sorgfalt.</p>
<p><strong>Medienjournal: Hat sich das Geschäftsmodell geändert?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Oh ja. Sie addieren Disziplinen im Arbeitsprozess, die sie vorher nicht gehabt haben, zum Beispiel Computer-Experten. Die Arbeit ist schneller geworden. Und der Jugendwahn beginnt gerade aufzuhören. Heute hat ein Kunde Anspruch darauf, von den &#8220;seniorsten&#8221; Personen der Agentur betreut zu werden. Vor drei Jahren haben die nur die &#8220;Kinder&#8221; und irgendwelche College-Absolventen geschickt. Heute müssen sich Agenturen meines Erachtens komplett umorganisieren und alles, was graue Haare und Erfahrung hat, nach vorne stellen, denn das ist ja die Beratungskompetenz und die Beratungsqualität.</p>
<p><strong>Medienjournal: Stichwort „Funktionierende Werbewirtschaft braucht funktionierende Medien“. Vor kurzem gab es ein Interview mit der Panmedia-Chefin Elisabeth Ochsner im Standard-Etat. Sie hat da gesagt: &#8220;Ich halte die Entwicklung für absolut ungesund. (…)  Kein Supermarkt bietet für den Kauf von zwei Stück einer Ware drei Stück gratis dazu an. Das passiert derzeit im Medienmarkt.&#8221; Wie sehen Sie die Entwicklung?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Ich gebe Frau Doktor Ochsner Recht. Es herrscht Inflation, dass es einem angst und bange wird. Mich würde interessieren, wie die Medieneigentümer gedenken, das wieder zurückzudrehen. Sie sind ja mit Schuld. In dem Versuch, Marktanteile zu gewinnen, Kundengelder auf ihre Medien zu locken, hat die Rabattierung &#8211; sowohl im Sinne von pure auf den Geldbetrag Rabattierung oder auch Rabattierung durch Frei-Einschaltungen, PR-Artikel &#8211; Ausmaße angenommen, dass es einem Angst macht. Wenn ich den Medien einen Vorwurf machen soll: Heute verkommen die Medien zu einer klassischen Werbeplattform. Vergleichen Sie das mit den Deutschen Medien: Puls 4 würde in Deutschland sofort abgedreht werden, weil das Thema Schleichwerbung dort omnipräsent ist. Schauen Sie sich einmal das Frühstücksfernsehen an. Das setzt sich aber nahtlos in jedem anderen Medium fort. Sie müssen sich zwei Fragen Stellen: Wie drehen die Medien das ab? Die Media-Agenturen müssen da mit im Boot sitzen, um das wieder aufzuheben, denn sie sind ein Teil des Problems im Hinblick aufs Preisdrücken. Und: Wo bleibt denn bitte die Qualität? Schauen Sie sich einmal die Medienlandschaft an. Das ist armselig. Vergleichen Sie das mit anderen Ländern.</p>
<p><strong>Medienjournal: Können Österreichs Medien ohne internationale Partner überleben? Oder kommt es zu einem Ausverkauf vergleichbar dem der Media-Agenturen?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Es wäre sehr traurig, wenn die österreichischen Medien über die internationalen Partner überleben würden. Dann wären sie Plattformen für internationalen Content, der einfach „durchgenudelt“ wird. Das Kernproblem der Medien ist der Content-Missbrauch. Früher gab es Fernsehsendungen, die der ORF gesponsert und gedreht hat, die haben unsere Kultur geprägt. Das ist alles weg. Puls 4 glaubt, dass ihr Beitrag zum kulturellen Erleben ein Format wie &#8220;Wir suchen einen Fußballstar&#8221; ist.  Die Medien sollten sich heute wieder fragen: Wofür stehe ich? Wofür bin ich bereit, Geld auszugeben? Und wie schaffe ich es, dass meine Werbeeinnahmen in Relation zu meiner Leistung stehen?</p>
<p><strong>Medienjournal: In einem Interview  mit dem Medienjournal hat der Mediensprecher der ÖVP gemeint: Um die Qualität im Print- und Online-Journalismus zu schützen, sei eine Flat-Rate-Diskussion sehr interessant. Was halten Sie von einem Gebührenmodell für Content-Verwendung ähnlich dem AKM-Modell in der Musik-Branche?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Ein AKM-Modell, wenn es den Journalisten zugute kommt, macht sehr viel Sinn. Aber ich finde es unverantwortlich, so etwas für Medien einzuführen. Damit erlauben Sie den Medien eine Zusatzeinnahme und der Qualitätsjournalismus wird unter Umständen gar nicht gefördert. Ich glaube, wir müssen anfangen, Content zu produzieren, der sinnig ist, der Menschen begeistert, der nicht nur die schnelle Headline ist, weil ich grad mal fünf Minuten Zeit hab und weiß, dass die Headline verkauft.</p>
<p><strong>Medienjournal: Würden Sie die Freien Medien unterstützen und wenn ja, wie?</strong></p>
<p><strong>Putz:</strong> Freie Medien würde ich unterstützen, solange sie keine klassischen Nischenmedien sind, die mit meinen Zielgruppen nichts zu tun haben. Was wir am besten können, abgesehen von unserer kreativen Qualität, ist, ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie man sich mit bestimmten Zielgruppen unterhält. Wir können Hilfestellungen geben bei Themenspektren und in der Bekanntmachung. Industriepartner hätten vielleicht auch ein Interesse daran. Was wir nicht können, ist vermarkten.</p>
<p><strong>Medienjournal: McCann Erikson ist eine Werbeagentur im Sinne einer Kreativagentur. Und Universal McCann ist die Media-Agentur. Wer hat den Lead, Kreativ- oder Media-Agentur?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Da können wir jetzt trefflich drüber streiten. Die Kreativagentur muss mit der Media-Agentur zusammenarbeiten um die Media-Agentur dorthin zu bringen, dass sie die kreative Strategie erfüllt. Eines der Kernprobleme in der heutigen Zeit ist, dass die Media-Agenturen vollkommen losgelöst von den Kreativagenturen arbeiten. Die Kreativagenturen versuchen die Kommunikationsstrategie im Sinne der Zielsetzung umzusetzen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Was zeichnet eine gute Kreativagentur aus? Was muss sie können?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Gute Kreativagenturen haben Menschen, die dissoziativ denken können, die das Geschäft ihrer Kunden verstehen und dann eine Idee draufsetzen, die einen packt. Ein Beispiel: &#8220;Iss was G&#8217;scheits&#8221; ist ein Spruch, den haben Sie Millionen mal von Ihrer Mutter gehört. Bei der Aufgabe, die Qualität von Iglo im Zusammenhang mit mütterlicher Wärme und den Schi-Stars zu verbinden, kam die Redewendung &#8220;Iss was G&#8217;scheits&#8221; zurück. Das ist eine kreative Leistung, weil sie die Strategie respektiert und gleichzeitig bringt sie es in den Sprachgebrauch. Nur flotte Sprüche, das macht noch keine Agentur aus.</p>
<p><strong>Medienjournal: Warum sollte ich gerade bei McCann buchen?</strong></p>
<p><strong>Putz: </strong>Das Problem in unserem Geschäft ist: Es gibt zu viele Agenturen. Am Ende des Tages differenzieren sich die Agenturen über die Qualität der Leute respektive deren Mann, der vorne steht. Sie kriegen bei mir als Person 29 Jahre Erfahrung. National und international, Zentral- und Osteuropa, Asien, was auch immer Sie wollen. Ich behalte es mir vor, auch Kunden selbst zu betreuen.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.mccann.at/" target="_blank">McCann Erikson</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1277337295730/STANDARD-Interview-Medien-nicht-zerstoererisch-aushoehlen" target="_blank">Interview mit Elisabeth Ochsner</a> (derStandard.at)</li>
</ul>
<p><strong>Foto:</strong> Martin Aschauer</p>
<p><em>Interview: Martin Aschauer und Heidemarie Porstner</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/das-kernproblem-der-medien-ist-der-content-missbrauch/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Investigativer Journalismus: Quo vadis?</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/investigativer-journalismus-quo-vadis</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/investigativer-journalismus-quo-vadis#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 10:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>joanna.schild</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[investigativer journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=2002</guid>
		<description><![CDATA[Der Wandel des Journalismus angesichts der rasanten Innovations- und Technologieschübe in der Computer- und Telekommunikationsindustrie, hält die Medienwelt in Atem. Das Internet macht Druck, die Einnahmen der Verlage schwanken und die Auflagenzahlen sinken. Die klassischen Medien sehen der größten Sinnkrise ihrer Geschichte ins Auge. Dabei rückt die Frage nach der Zukunft der journalistischen Königsdisziplin, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2004" title="investigativ" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/investigativ.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Der Wandel des Journalismus angesichts der rasanten Innovations- und Technologieschübe in der Computer- und Telekommunikationsindustrie, hält die Medienwelt in Atem. <span id="more-2002"></span>Das Internet macht Druck, die Einnahmen der Verlage schwanken und die Auflagenzahlen sinken. Die klassischen Medien sehen der größten Sinnkrise ihrer Geschichte ins Auge. Dabei rückt die Frage nach der Zukunft der journalistischen Königsdisziplin, der investigativen Reportage, immer mehr  in den Fokus.</p>
<p><strong>Schwindende Qualität</strong></p>
<p><strong> </strong>Eine der zahlreichen negativen Folgen der Zeitungskrise, ist der Trend zur Oberflächlichkeit in der Berichterstattung. Aufgrund des raschen Themenwechsels können sich mittel- und langfristig nur Inhalte mit einfacher Sinnstruktur und Polarisierungspotenzial halten. Stets wachsende Bemühungen der Pressestellen und PR-Agenturen in den Prozess des Agenda-Settings und Agenda-Cuttings einzugreifen, führen dazu, dass das Ausmaß an gesteuerter und blockierter Information immer größer wird. Dabei stützen sich die Redaktionen in der Praxis meist allein auf das Agenturmaterial ohne zu prüfen, auf welcher Grundlage dieser Service entstanden ist. Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zur journalistischen Qualität ist die Quotenfixierung. Lässt man die Auflagenzahlen entscheiden, bestimmen rein quantitative Kriterien das Themenranking im journalistischen Alltag und damit auch die Ressourcenausstattung. Ist angesichts der zunehmenden Boulevardisierung der Nachrichten der investigative Journalist eine aussterbende Spezies oder könnte eine Rückbesinnung auf diese journalistische Kernfunktion &#8211; gerade in Zeiten der medialen Identitätskrise &#8211; vielleicht interessante Anregungen bieten?</p>
<p><strong>Ungewisse Zukunftsaussichten</strong></p>
<p>Um Missverständnissen vorzubeugen: Investigativ sind nicht die reißerischen Exzesse des Boulevards etwa in den Fällen Josef Fritzl oder Natascha Kampusch. Leider werden Gerichtsprotokolle nicht immer in der edlen Absicht veröffentlicht, Missstände aufzudecken. Investigativ, abgeleitet vom lat. „<em>investigare</em>“ – „aufspüren, genauestens untersuchen“, bezeichnet jene Art des Journalismus, die sich der Aufdeckung von Missständen und personellem Fehlverhalten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verschrieben hat. Keine leichte Aufgabe, wenn man genauer hinsieht. Im Idealfall gewinnt der Journalist im Rahmen seiner tiefschürfenden Recherche, die nötige Sachkenntnis um Zusammenhänge und Hintergründe glaubwürdig aufzuzeigen, diese zu analysieren und zu interpretieren und darauf begründete Meinungen, falls notwendig auch gegen den Mainstream, mit Mut zu vertreten. So wird von Fall zu Fall mühevoll neues Expertenwissen zusammengetragen. Eine Garantie für gewünschten Verlauf der Nachforschungen gibt es natürlich nicht und so kann es passieren, dass am Ende einer kostspieligen und zeitintensiven Untersuchungsphase kein herzeigbares Resultat vorliegt. In den USA wird bereits darüber diskutiert, wie sich solche langwierigen Recherchen angesichts der schrumpfenden Budgets und Redaktionsteams in Zukunft bewerkstelligen lassen.</p>
<p><strong>Stiftungen als Retter in Not?</strong></p>
<p>Eine mögliche Antwort darauf könnte der sog. Funding Journalism  bieten. Es ist ein recht neuer Ansatz, bei dem eine gemeinnützige Stiftung Journalisten beschäftigt und ihre Arbeit aus Spendengeldern finanziert. Die fertigen Erzeugnisse werden den Medien zur freien Publikation geboten und der Kostenfaktor investigativer Recherche somit ausgelagert. Ein konkretes Beispiel für ein solches Stiftungsmodell ist <em>ProPublika,</em> welches 2008 vom US-Milliardärsehepaar Sandler gegründet wurde. Das 32-köpfige Redaktionsteam bekommt zehn Millionen Dollar jährlich für die Recherchen im öffentlichen Interesse. Der wohl prominenteste Beleg für das hohe Qualitätsniveau der<em> ProPublika</em> Publikationen, ist der diesjährige Pulitzer Preis, welcher erstmals an ein Online-Medium verliehen wurde. Eine weitere, nach diesem Prinzip funktionierende Non-Profit-Organisation aus den USA ist der <em>Huffington Post Investigative Fund, </em>der in der Verschmelzung der Watchdog-Funktion, der traditionellen journalistischen Werte mit den besten Tools der Neuen Medien den investigativen Journalismus neu erfinden will. Für den Geschäftsführer Nick Penniman ist es klar: „<em>bei Enthüllungsjournalismus darf es nicht ums Geldverdienen gehen</em>“. <em>Spot.us</em>, ein Open-Source-Projekt unter Beteiligung zahlreicher Bürger, Journalisten und Medienunternehmen, ist ebenfalls eine gemeinnützig ausgerichtete Nachrichten-Plattform aus den USA. Dieses Projekt finanziert sich jedoch zum Teil aus den Spenden der eigenen Online-Gemeinde sowie den Zuschüssen einer Stiftung. Einer der bekanntesten Kooperations-Partner ist die New York Times. Wichtige und im Mainstream der täglichen Pressemeldungen übergangene Themen, bekommen hier eine neue Öffentlichkeit. Der europäische Pionier des Funding Journalism für Hintergrundbeiträge aus Osteuropa heißt <em>Maiak</em> und finanziert sich durch einen schweizerischen Trägerverein.</p>
<p><strong>Mit vereinter Kraft</strong></p>
<p><strong></strong>Eine weitere interessante Entwicklung im Zusammenhang mit der investigativen Berichterstattung sind die technisch veränderten Möglichkeiten zur Weitergabe und Veröffentlichung von Dokumenten. Die Whistleblower Plattform <em>Wikileaks</em> sorgte kürzlich mit der koordinierten Veröffentlichung von rund 90.000 geheimen Einzeldokumenten, auch als „<em>Afghanistan War Logs</em>“ bekannt, durch renommierte Medien wie die <em>New York Times</em>, den<em> Guardian</em> und den<em> Spiegel</em>, für großes Aufsehen. Dieses Zusammenspiel zwischen der bis dato relativ unbekannten <em>Wikileaks</em> und den klassischen Medienriesen war ein kluger Schachzug zur Maximierung des öffentlichen Medieninteresses und eine einzigartige Kooperation zwischen klassischen und neuen Medien. Eine Vereinigung der Kräfte anstatt erbitterter Konkurrenz zwischen den Print- und Onlineakteuren trug offenbar Früchte. Medienexperte Jeff Jarvis sieht darin Zukunftspotenzial und interpretiert die Leistung der Print-Journalisten folgendermaßen: “<em>Wikileaks, did what they did and the paper´s journalists added value: digging through the data, giving it perspective, editing out dangerous pieces, getting reaction and then giving it audience and attention. That is the role journalists will continuously perform in the future: adding value</em>”.</p>
<p><strong>Neue Wege</strong></p>
<p><strong> </strong>Zweifelsfrei, der öffentliche Umgang mit Information befindet sich im Umbruch. Medienexperten sehen eine Akzentverschiebung, weg von der durch alte Massenmedien geprägten Struktur hin zu einer Vielfalt aus miteinander vernetzten Klein- und Kleinstmedien. Dabei vollzieht sich ein Paradigmenwechsel weg vom gewohnten ethischem Leitwert der Objektivität hin zur Transparenz für das Publikum. Viele der neuen Online-Medien sind eindeutig parteiisch, legen ihre Motive jedoch offen. Neue Medienakteure wie Aktivisten- und Finanzmarktzeitungen, Webradios, Onlineforen, NGOs und thematisch spezialisierte Blogs, greifen zunehmend die Watchdog-Funktion der klassischen Medien auf. Durch die neuen technischen Möglichkeiten bekommt der investigatitve Journalismus eine neue Dimension. Einerseits entstehen hier Möglichkeiten für künftige Zusammenarbeit zwischen den klassischen und neuen Medienakteuren. Betreiber kleinerer Watchblogs können nicht nur die Sensibilität ihrer Leser für tägliche Ereignisse und die damit zusammenhängende Medienberichterstattung schärfen, der Leser kann in einzelne Arbeitsschritte, wie Themenfindung oder Quellensuche eingebunden werden. Sollten die Projekte des stiftungsfinanziertem Journalismus erfolgreich verlaufen, könnten sie die Medienlandschaft langfristig bereichern, einen Beitrag zur Steigerung der journalistischen Qualität leisten und nicht zuletzt das Vertrauen seitens der Leser stärken. Unabhängig davon was die Zukunft bringt, auf jeden Fall gehört eine gewisse Portion Idealismus und Leidenschaft dazu, sich investigativ an ein Thema zu nähern. Diese Eigenschaften zu fördern und zu pflegen ist in diesem Sinne unser aller Aufgabe.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.propublica.org/" target="_blank">ProPublika</a></li>
<li><a href="http://huffpostfund.org/" target="_blank">Huffington Post Investigative Fund</a></li>
<li><a href="http://spot.us/" target="_blank">Spot.us</a></li>
<li><a href="http://www.maiak.info/" target="_blank">Maiak</a></li>
<li><a href="http://www.netzwerkrecherche.de/" target="_blank">Netzwerkrecherche</a></li>
<li><a href="http://www.freitag.de/community/blogs/streifzug/studie-zum-journalismus" target="_blank">Studie zum Journalismus</a></li>
<li><a href="http://www.telemedicus.info/article/1056-UEber-die-Zeitungskrise-Ein-Hintergrundbericht.html" target="_blank">Hintergrundbericht zur Zeitungskrise</a></li>
<li><a href="http://www.buzzmachine.com/" target="_blank">Value-added journalism</a></li>
<li><a href="http://carta.info/31246/afghanistan-protokolle-die-konjunktur-des-lecks-dank-wikileaks/" target="_blank">Afghanistan-Protokolle</a></li>
</ul>
<p>Foto: by<a href="http://www.flickr.com/photos/noodles_aventurero/4305094358/in/set-72157603962195209/" target="_blank"> lucspics</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/investigativer-journalismus-quo-vadis/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Man konnte uns nichts nachweisen“</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9eman-konnte-uns-nichts-nachweisen%e2%80%9c</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9eman-konnte-uns-nichts-nachweisen%e2%80%9c#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 10:23:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>victoria.zedlacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[inhr]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[opfer]]></category>
		<category><![CDATA[reichmann]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=1984</guid>
		<description><![CDATA[Der Verein International Network for Human Rights setzt sich seit 2003 für Missbrauchsopfer ein. Mit der Plattform inhr.net versucht Herausgeber Roland Reichmann eine größere Öffentlichkeit zu den brisanten Themen des Vereins zu schaffen. Durch die Kritik die er vor allem an Jugendämtern, Kinder- und Jugenschutzorganisationen und am Staat übt, machte er sich vor allem in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-1995" title="inhrnet" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/inhrnet.jpg" alt="" width="490" height="220" /></strong><br />
Der Verein <em>International Network for Human Rights</em> setzt sich seit 2003 für Missbrauchsopfer ein. Mit der Plattform inhr.net versucht Herausgeber Roland Reichmann eine größere Öffentlichkeit zu den brisanten Themen des Vereins zu schaffen.<span id="more-1984"></span></p>
<p>Durch die Kritik die er vor allem an Jugendämtern, Kinder- und Jugenschutzorganisationen und am Staat übt, machte er sich vor allem in der Vergangenheit nicht viele Freunde. 2008 wurde der Verein von staatlicher Seite aufgelöst. Im Gespräch mit dem Medienjournal erklärt Reichmann unter anderem die publizistische Arbeit zu heiklen Themen und wie es passiert Staatsfeind zu werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Medienjournal: Was war die Intention den Verein bzw. die Plattform zu gründen? </strong></p>
<p><strong>Reichmann: </strong>Ein eigenes Verfahren. Ich wurde 2002 wegen Kindesmissbrauch an der eigenen Stieftochter verdächtigt. Dadurch bin ich in dieses System geraten und habe gesehen, wie es funktioniert. Meine Stieftochter war damals sieben Wochen lang in der Psychiatrie eingesperrt, bis sie bereit war eine Aussage zu machen. Erst dann durfte sie nach Hause. Davon hat sie Dauerschäden davongetragen. Ich war schockiert. Dass die Vorwürfe die an mich gestellt wurden nicht stimmten wusste ich ja. Meine Stieftochter hat immer probiert ihre Aussage zu widerrufen. Die Richterin ließ sie schließlich nicht aussagen, dass sie zu einer Aussage gezwungen wurde. Alle Tests belegten jedoch, dass nichts vorgefallen ist. Ich habe die Vorwürfe zuerst auf die leichte Schulter genommen. Doch so eine Sache prägt einen. 2003 habe ich schließlich begonnen im Internet zu publizieren. Plötzlich traten an die 80 Leute an mich heran, denen Ähnliches widerfahren ist. Daraufhin haben wir gemeinsam angefangen das System zu hinterfragen – wie zum Beispiel Psychotests funktionieren, welche Positionen Jugendämter einnehmen, welche Rolle Kinder- und Jugendschutzorganisationen haben etc.</p>
<p><strong>Medienjournal: Besteht hier nicht auch die Gefahr, dass man auf schwarze Schafe stößt?</strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Natürlich. Wir mussten uns auch mit Trittbrettfahrern auseinandersetzen.</p>
<p>Im Weiteren haben wir jede Anfrage und jeden Fall geprüft. Wir mussten ja wissen ob ein besagtes Opfer nicht vielleicht doch ein Täter ist und wir nicht den Falschen schützen. Das ist alles sehr heikel.</p>
<p><strong>Medienjournal: Stichwort heikel – das sind Ihre Themen durchaus. Man kann sich daran leicht die Finger verbrennen. Woher bekommen Sie Ihre Informationen aufgrund deren Sie die Artikel verfassen? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Das sind Eigenfälle in denen alle Akten und Unterlagen vorhanden sein müssen. Ich arbeite nicht auf Zuruf von irgendjemanden hin. Wenn jemand Unterstützung haben will – egal ob Opfer oder Täter – muss diese/r immer mit sämtlichen Unterlagen zu mir kommen. Die Bestände müssen schriftlich vor mir liegen.</p>
<p><strong>Medienjournal: An welche Zielgruppen wendet sich die Plattform inhr.net? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> An viele. Unsere Themen betreffen auch die „normalen“ Familien, besonders das Thema Scheidung und Trennungssituationen. Hier kann Missbrauch eine Rolle spielen. Wir setzen uns aber auch für eine gemeinsame Obsorge und ähnliche Themen ein.</p>
<p><strong>Medienjournal: Welche Erscheinungsform hat Ihre Plattform? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Wir publizieren nach Bedarf &#8211; also phasenweise. Wir recherchieren sehr viel und während der ganzen Recherche kann wenig berichtet werden. Ich will die betroffenen Personen gegen die wir recherchieren ja nicht vorwarnen. Erst nachdem wir Tausende von Akten-Seiten gesichtet und beurteilt haben, können wir an die Öffentlichkeit gehen. Die Vorwürfe – manchmal betreffen sie auch hochrangige Politiker – müssen geprüft sein und die Anklage wasserdicht. Denn mit Anschuldigungen, die dann gar nicht stimmen, ist niemanden gedient.</p>
<p><strong>Medienjournal: Nutzen Sie auch die sozialen Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder Twitter?</strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Das haben wir gerade in Arbeit. Wir haben unsere ersten Schritte im Facebook gemacht und sind langsam am Kontakte knüpfen. Ich halte Facebook für ein wichtiges System.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wieviele Leute arbeiten bei dem Verein bzw. bei ider Plattform mit? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Bei der Plattform arbeiten drei Leute mit plus zwei Techniker die die Server warten. Wir sind nicht fremdgehostet, die Server befinden sich in unserer Hand. Als weiteren Spezialbereich bieten wir unsere Server weiteren 16 österreichkritischen Seiten aus Deutschland an. Unsere Server kann man somit nicht so einfach abschalten, das geht nur mit gerichtlichem Beschluss.</p>
<p><strong>Medienjournal: Kritik macht manchmal mehr Feinde als Freunde. Ihr Verein wurde bereits einmal abgemeldet. Wie kann so etwas passieren? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Ganz einfach. Indem man erkennt, dass der Verein eine gewisse Gefahr für andere Organisationen darstellt. Das hat zumindest die AG Jugendwohlfahrt erkannt. Im Herbst 2008 wurde inoffiziell beschlossen dass dieser Verein weg muss. Gleichzeitig wurde der Auftrag erteilt &#8211; die internen E-Mails liegen uns vor &#8211; dass jedes Jugendamt sofort die Landesstelle zu informieren hat, wenn INHR eingreift. Wir hatten insgesamt fünf Strafverfahren am Hals plus die Vereinsabmeldung. Das hat die Volks- und Staatsanwaltschaft in Klagenfurt eineinhalb Jahre überprüft. Man konnte uns nichts nachweisen. Auch der Verdacht auf Besitz von kinderpornographischen Material konnte uns, nachdem PCs und Server beschlagnahmt wurden, natürlich nicht nachgewiesen werden. Die PCs sind bis heute nicht zurück.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie prangern ja auch die kommerziellen Medien in ihren Artikeln an und werfen diesen auch Machtmissbrauch und Manipulation vor. </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Über viele Themen wird viel zu einseitig berichtet. Deshalb musste ich auch die Kärntner Tageszeitung (KTZ) in Graz vor das Gericht stellen. Es handelt sich hierbei um einen hetzerischen Artikel und ich musste die Zeitung klagen, weil ich meine, dass weder Täter noch Opfer damit geholfen ist. Wir arbeiten sehr wohl mit etablierten Medien, wie zum Beispiel dem Kurier oder dem ORF zusammen. Diese erhalten Informationen von uns. Dennoch muss man gewisse Berichterstattungen kritisieren.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie haben auch auf Ihrer Website keine Werbung. Wie finanziert sich Ihr Verein? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Aus eigenen Mitteln. Wir haben Unterstützer für die das Thema wichtig ist und wir leben von Spenden. Wir haben noch um keine öffentlichen Förderungen angesucht, weil wir zuerst zeigen wollten, dass wir was leisten können. Ende 2010 möchte ich einen Bericht zusammenfassen, indem wir aufzeigen, was wir geleistet haben. Wir können dann ausrechnen, was wir dem Staat, durch vielleicht abgekürzte Verfahren, verhinderte Gerichtsverhandlungen (weil wir im Vorfeld Probleme bereinigen konnten), etc. gespart haben.</p>
<p><strong>Medienjournal: Können sie von sich aus sagen, dass die Artikelrecherchen etc. einen Knalleffekt ergaben bzw. direkt helfen? </strong></p>
<p><strong>Reichmann:</strong> Ja, wir haben 2008 im Jänner den berühmten Friedrich-Artikel geschrieben. Benannter Gutachter Prof. Dr. Max Friedrich wurde dadurch bekannt tausende Gutachten gefälscht zu haben. Ich habe die Medien darüber informiert diesen Friedrich medial anzugreifen. News und die Krone sind auf dieses Thema aufgesprungen und haben Herrn Friedrich ebenfalls massiv angegriffen. Heute kann Herr Friedrich keine Falschgutachten mehr ausstellen. Und diese Geschichte ist von uns ausgegangen.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://inhr.net" target="_blank">inhr.net</a></li>
<li><a href="http://www.xlarge.at/?tag=vereinsobmann-inhr-roland-reichmann" target="_blank">XLARGE zu Roland Reichmann</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9eman-konnte-uns-nichts-nachweisen%e2%80%9c/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Barbie versus Ken &#8211; Ein Blick in Frauen- und Männermagazine</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/barbie-versus-ken-ein-blick-in-frauen-und-mannermagazine</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/barbie-versus-ken-ein-blick-in-frauen-und-mannermagazine#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 10:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sarah.fellner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=1990</guid>
		<description><![CDATA[Barbie und Ken, Romeo und Julia, Samson und Delilah, Adam und Eva, Mann und Frau, eine Geschichte voller Gegensätze und Analogien. Allfällige Differenzen hinsichtlich der Bedürfnisse und Interessen macht sich die Wirtschaft zu Nutze und bietet spezielle auf das Geschlecht adaptierte Haarshampoos, Gesichtscremes, Rasierer und vieles mehr. Dass das an der Medienlandschaft nicht spurlos vorbeigeht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1991" title="barbievsken" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/barbievsken.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Barbie und Ken, Romeo und Julia, Samson und Delilah, Adam und Eva, Mann und Frau, eine Geschichte voller Gegensätze und Analogien. Allfällige Differenzen hinsichtlich der Bedürfnisse und Interessen macht sich die Wirtschaft zu Nutze und bietet spezielle auf das Geschlecht adaptierte Haarshampoos, Gesichtscremes, Rasierer und vieles mehr. <span id="more-1990"></span></p>
<p>Dass das an der Medienlandschaft nicht spurlos vorbeigeht ist wohl allgemein verständlich. So entstehen bzw. entstanden Magazine wie Woman, Miss und Co für die Damen und Wiener, FHM und GQ für die Herren. Wir wollten wissen, warum Frauenmagazine und Männermagazine so sind, wie sie sind.</p>
<p>Um einige Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zwischen Männer- und Frauenmagazine darzustellen werden fünf Aspekte näher betrachtet:</p>
<p><strong> </strong><strong>Anzahl</strong></p>
<p>In Österreich existieren weitaus mehr Frauen- als Männermagazine. Woran das liegt? Laut Pisa-Studien weisen Mädchen bereits in jungen Jahren eine höhere Lesekompetenz und Lesemotivation auf als ihre Kollegen. Ab einem gewissen Alter nimmt die Lesehäufigkeit aufgrund alltäglicher Umstände wie Arbeit und Kindererziehung bei beiden Geschlechtern aber proportional ab.</p>
<p><strong> </strong><strong>Themen</strong></p>
<p>Während Frauen laut Studien vor allem an Belletristik interessiert sind neigen Herren eher zu politischen und geschichtlichen Themen. Vor allem im direkten Magazin-Vergleich ist eine gewisse Divergenz ersichtlich. Inhalte wie Technik, Politik, Wirtschaft und Sport für die Herren und Stars, emotionale Reportagen, Portraits sowie Familie für die Damen. Wer denkt Haare, Beauty und Körper sind nur in Frauenmagazinen zu finden der irrt, denn der modebewusste Mann von Heute ist auch an Q10 Augencremes, Rasierer Vergleichen sowie der neusten Modekollektion für den heurigen Herbst interessiert. Ebenso sind Artikel über Sex, körperliche Fitness oder die Karriere auf beiden Seiten relevant, werden jedoch in unterschiedlicher Art und Weise thematisiert.</p>
<p><strong> </strong><strong>Schreibstil</strong></p>
<p>In Frauenmagazinen zum Beispiel wird den Beiträgen oftmals eine emotionale Note aber auch Biss und Humor verliehen. Fakten, heroische Worte aber auch Humor hingegen wenn gerade über das neue Chiptuning im Maserati xy geschrieben wird. So divergent die Themen so differenziert der Stil. Es verkauft sich nun mal schwer über die PS-Stärke des Lieferautos, welcher die neue Herbstkollektion in die Läden bringt zu diskutieren genauso wenig wie welcher Autolack zu welchem Hauttyp passt.</p>
<p><strong>Formale Gestaltung</strong></p>
<p>Bunt und ein wenig chaotisch die Seiten der Frauen. Das Pendant eher straight und minimalistisch.</p>
<p><strong> </strong><strong>Format</strong></p>
<p>Das Format A4 oder doch A5. In die Handtasche passt eher A5 und somit das handliche Pocketformat. Der Mark reagiert und adaptiert Formate auf die Wünsche der Kundschaft.</p>
<p>Zusammenfassend kann gesagt werden; so different Mann und Frau auch sein mögen so ähnlich sind sich in vielerlei Hinsicht auch. Es kann und soll nichts vereinheitlicht werden, denn was wären wir ohne unsere Eigenheiten und wer blättert nicht mal gerne im Magazin des/der Partners/Partnerin?</p>
<p><strong>Bild:</strong> <a href="http://www.flickr.com/photos/34281632@N03/3942010029/" target="_blank">Barbie® in a Mermaid Tale™ Beach Ken® doll</a> und <a href="http://www.flickr.com/photos/34281632@N03/3942010011/in/photostream/" target="_blank">Barbie® in a Mermaid Tale™ Beach Barbie dol</a>l von <a href="http://www.flickr.com/photos/34281632@N03/" target="_blank">Charles (dollstuff.net)</a>, Lizenz <a href="http://creativecommons.org/choose/results-one?license_code=by-nc-nd&amp;jurisdiction=&amp;version=2.0&amp;lang=en">BY NC ND</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/barbie-versus-ken-ein-blick-in-frauen-und-mannermagazine/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Krieg um die Öffentlichkeit hat erst begonnen. Virtuelle Demonstrationen 2</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/der-krieg-um-die-offentlichkeit-hat-erst-begonnen-virtuelle-demonstrationen-2</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/der-krieg-um-die-offentlichkeit-hat-erst-begonnen-virtuelle-demonstrationen-2#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 09:51:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>victoria.zedlacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=1981</guid>
		<description><![CDATA[Aus der Umwelt-NGO-Szene spricht man gerne vom virtuell geführten Greenpeace versus Nestle Kampfes um das Palmöl. Greenpeace hat konsequent Mittel gewählt, die das Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Zwei Videoplattformen, zahlreiche Blogs, Social Networks, eine Fotoplattform und ein Microblogging-Dienst wurden zum Schauplatz für ein Musterstück besten eCampainings. Doch erst Nestle hat Greenpeace den Mediensprung verschafft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1377" title="media-meinung" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/06/media-meinung-Kopie.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Aus der Umwelt-NGO-Szene spricht man gerne vom virtuell geführten  Greenpeace versus Nestle Kampfes um das Palmöl. Greenpeace hat  konsequent Mittel gewählt, die das Internet kostenlos zur Verfügung  stellt. <span id="more-1981"></span></p>
<p>Zwei Videoplattformen, zahlreiche Blogs, Social Networks, eine  Fotoplattform und ein Microblogging-Dienst wurden zum Schauplatz für ein  Musterstück besten eCampainings. Doch erst Nestle hat Greenpeace den  Mediensprung verschafft, indem es ein Video von YouTube löschen hat  lassen.</p>
<p>Nur deshalb, weil Nestle diesen Spot bei Youtube löschen ließ,  ist das Ganze überhaupt erst so aufgekocht, so analysierte die Agentur  Digital Affairs für uns exklusiv die Causa. Als YouTube sich Nestle beugte  und zensierte, wurde das Video einfach direkt auf Vimeo geladen und die  Medien hatten einen echten Anlass zum Berichten. Anlass war,  dass Palmöl von den Plantagen Indonesiens größten Urwaldzerstörers Sinar  Mas für die Herstellung von Nestle Produkten verwendet wurde. Nestle hat  unter anderem seine Facebook-Fanseite offline genommen, da Ihnen die  Konversation nicht genehm war. Nestle war definitiv der Verlierer.  Dennoch war Greenpeace nicht mehr unumstrittener Gewinner. Die Agentur  Digital Affairs analysiert weiter, dass es keinen Gewinner gab. Schuld  daran &#8211; die Transparenz. &#8220;Schnell wurde das Verhalten von Greenpeace auch  kritisiert&#8221;, so Judith Denkmayer.</p>
<p>&#8220;Ich habe im Fall Nestle schon das Gefühl gehabt, dass von Greenpeace  aus das alte Modell wieder verwendet worden ist und dass in Social Media  im Sinne von “wir geben euch unsere Tatsachen”, die aber gar nicht so  sauber recherchiert waren und sehr suggestiv präsentiert worden sind.  Die Leute lassen sich das nicht mehr so leicht vorsetzen. Letztendlich  finde ich nicht, dass es für Greenpeace ein Imagegewinn war und auch  nicht für die Sache selbst&#8221;, so Denkmayer im Interview.</p>
<p><strong>Was bleibt: Neue Nachrichten &amp; das Ende der klassischen Webseite</strong><br />
90 Prozent der Menschen, die Werbeeinschaltungen ausschalten oder  umschalten können, tun das auch. Wer von euch schaut sich während der  Fernsehunterbrechungen den Werbeblock ganz an bis die Sendung  wieder fortgesetzt wird? Werbung schafft daher immer schwieriger den  Return of Invest. Was sich daraus ableiten ließe?<br />
Das alte Kommunikationskonzept war ein Monolog und hat keine Zukunft  mehr. Es hat ausgedient. Punkt. Doch was bedeutet das für unsere  Nachrichten?</p>
<p>Luca Hammer, Österreichs führender Blogger sieht eine neue Qualität  an Nachrichten. Es wird mehr Menschen geben, die Nachrichten verbreiten  und selbst Nachrichtenhersteller sind. Zeugen von Ereignissen können  über die Plattformen schneller und direkter kommunizieren und haben  wiederum gegenüber den klassischen Medien eine Korrekturfunktion. Zum  Beispiel wurde vieles über #unibrennt geschrieben, was so nicht richtig  war. &#8220;Ich werfe den Medien nicht vor, absichtlich falsche Sachen  geschrieben zu haben, sie haben es halt so mitbekommen. Über den  Livestream und Facebook, etc., hatten wir die Möglichkeit solche  Meldungen richtig zu stellen und unsere Sicht der Dinge kund zu tun&#8221;, so  Luca Hammer der bei der Audimaxbesetzung den Livestream installierte und  organisierte.</p>
<p>Für Luca Hammer verändert sich weiters die Aufgabe einer Webseite  fundamental. Die Website nimmt eine eher passive Rolle ein, die sozialen  Plattformen hingegen eine aktive. Für Leute die nicht so webaffin sind  braucht es trotzdem die Website hier werden die Informationen aus  anderen Kommunikationskanälen gesammelt, so Luca im Interview mit dem  neuen Österreichischen Medienjournal.</p>
<p><strong>Literatur: </strong></p>
<p>Constanze Horvath, Internet und Demokratie. Welche  digitalen Partizipationsmöglichkeiten zur Verbesserung des  demokratischen politischen Systems besitzt das Internet? (Dipl. Wien  2000)</p>
<p>Stefan Wray, Elektronischer Ziviler Ungehorsam und das World Wide Web  des Hacktivismus Auerparlamentarische Direkte Aktion im Netz In: <a href="http://www.ots-blog.at/allgemein/virtuelle-demonstrationen2/www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm" target="_blank">www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm</a></p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.ots-blog.at/allgemein/virtuelle-demonstrationen2/" target="_blank">APA-OTS Blog von Martin Aschauer</a></li>
<li><a href="http://medienjournal.at/medienjournal/neue-qualitat-der-nachrichtenvermittlung-durch-social-media" target="_blank">Interview mit Luca Hammer</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/der-krieg-um-die-offentlichkeit-hat-erst-begonnen-virtuelle-demonstrationen-2/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Online-Kommentare bald nicht mehr gratis?</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/online-kommentare-bald-nicht-mehr-gratis</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/online-kommentare-bald-nicht-mehr-gratis#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 04:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>laura.sabetzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>
		<category><![CDATA[Social Network Sites]]></category>
		<category><![CDATA[social-media]]></category>
		<category><![CDATA[The Sun Chronicle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.medienjournal.at/?p=1809</guid>
		<description><![CDATA[Man liest einen interessanten Online-Artikel und möchte diesen kommentieren. Man klickt auf den Kommentar-Button und erkennt: eine Registrierung ist verpflichtend. Gut, denkt sich der Leser, doch dann erscheinen die Felder: Adresse, Telefon- und Kreditkartennummer. Immer mehr Menschen lesen die Onlineausgaben von Tages- und Wochenzeitungen. Deren Inhalte kostenpflichtig zu machen, um den dadurch befürchteten Einnahmeverlust auszugleichen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1823" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/Comments_Artikel_Bild4-485x220.jpg" alt="" width="485" height="220" /><br />
Man liest einen interessanten Online-Artikel und möchte diesen kommentieren. Man klickt auf den Kommentar-Button und erkennt: eine Registrierung ist verpflichtend. Gut, denkt sich der Leser, doch dann erscheinen die Felder: Adresse, Telefon- und Kreditkartennummer.<span id="more-1809"></span></p>
<p>Immer mehr Menschen lesen die Onlineausgaben von Tages- und Wochenzeitungen. Deren Inhalte kostenpflichtig zu machen, um den dadurch befürchteten Einnahmeverlust auszugleichen, wird seit Längerem diskutiert. Es gibt bereits einige Onlinezeitungen, die auf Grund ihrer „Abonnenten“ existieren können. Dass man nun für Kommentare zu Onlineartikeln zahlen muss, ist aber ein Novum. <a href="http://www.thesunchronicle.com/">The Sun Chronicle</a>, eine Zeitung aus Attleboro (Massachusetts), will bei Lesern für die Kommentierung von Artikeln eine einmalige Gebühr von 99 Cent verlangen, welche man über Kreditkarte bezahlen kann.</p>
<p><strong>E</strong><strong>rziehung</strong></p>
<p>Der Herausgeber des Sun Chronicle, Orest P. D’Arconte, will damit die Leser „erziehen“. Die Bezahlung von Kommentaren ist für ihn ein Mittel, gegen User ohne Benehmen vorzugehen. D’Arconte meint, dass diese Änderungen notwendig wurden, um unangemessene Kommentare zu vermeiden. Wegen dieser falschen Anschuldigungen, Verletzungen der Forenregeln und Unfreundlichkeiten wurde das Onlineforum der Zeitung bereits im April stillgelegt. Seit 6. Juli ist bekannt, dass sich die Kommentatoren nun registrieren müssen, und zwar mit Name, Adresse, Telefon- und Kreditkartennummer. Außerdem müssten sie zustimmen, dass sie rechtliche Verantwortung für den Inhalt ihrer Kommentare tragen, so der Verleger.</p>
<p><strong>Community-Manager</strong></p>
<p>Online-Foren müssen überwacht werden. Eine Zeitung, die jeden Online-Beitrag kontrolliert ist die <a href="http://www.nytimes.com/">New York Times</a>. Die Einschränkung der Kommentarfunktion reicht im deutschsprachigen Raum von freier Nutzung bis zur Freischaltung jedes Beitrags durch die Redaktion (oder durch spezielle Community-Manager). Bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/">sueddeutsche.de</a> führte das dazu, dass ein nächtliches Posten von Kommentaren nicht mehr möglich ist – da arbeitet kein Community-Manager.</p>
<p>In heimischen Foren von Onlinezeitungen ist eine Registrierung ebenfalls häufig erforderlich und wird von den meisten Lesern als sinnvoll erachtet. Eine Angabe des Namens und der E-Mail-Adresse verhindert zumindest unüberlegte Postings, die aus einer allzu emotionalen Reaktion resultieren. Allerdings bleibt die Frage offen, wie die User reagieren würden, wenn sie plötzlich für ihre Äußerungen zu Artikeln ihre Kreditkartennummer angeben müssten.<br />
Das Vorgehen des Sun Chronicle ist deshalb interessant, weil die Idee hinter der Kommentar-Funktion die Leserintegrierung und -bindung an die Zeitung ist. Eben diese Idee steckt auch in Kommentarfeldern bzw. der „Pinnwand“ bei <a href="http://jcmc.indiana.edu/vol13/issue1/boyd.ellison.html" target="_blank">Social Network Sites</a> wie <a href="http://www.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a>. Deren Kosten sind im Moment noch mit Werbung gedeckt, ob die Mitgliedschaft bei diesen Sozialen Netzwerken zukünftig kostenlos bleibt, ist ungewiss.<br />
Wie effektiv dieser Schritt des Sun Chronicle war, wird die Zukunft zeigen. Die registrierten User der Zeitung schreiben alle unter ihrem realen Namen und haben dafür 99 Cent bezahlt. Zurzeit gibt es 18 registrierte Kommentatoren.</p>
<p><strong>Links</strong>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.thesunchronicle.com/articles/2010/07/06/news/7630031.txt" target="_blank">The Sun Chronicle restores commenting section to website</a> (The Sun Chronicle.com)</li>
<li><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/kommentare-kosten-extra/1884454.html" target="_blank">Kommentare kosten extra</a> (Tagespiegel.de)</li>
<li><a href="http://www.guardian.co.uk/media/greenslade/2010/jul/13/paywalls-us-press-publishing" target="_blank">Paper puts up a paywall for comments</a> (Greenslade Blog, The Guardian.co.uk)</li>
<li><a href="http://www.stern.de/digital/online/internetforen-der-drahtseilakt-der-leserbeteiligung-589439.html" target="_blank">Der Drahtseilakt der Leserbeteiligung</a> (Stern.de)</li>
</ul>
<p><strong>Foto</strong>: 108 Glossy Black Comment Bubble Social Media Icons von <a href="http://www.flickr.com/photos/webtreatsetc/" target="_blank">webtreats</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/online-kommentare-bald-nicht-mehr-gratis/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blumenau: Freie Medien sind einfach kleinere Medien</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/blumenau-freie-medien-sind-einfach-kleinere-medien</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/blumenau-freie-medien-sind-einfach-kleinere-medien#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 03:58:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mahriah.zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
		<category><![CDATA[fm4]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[martin blumenau]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[social-media]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=1926</guid>
		<description><![CDATA[Wie die schöne alte und schöne neue Welt der Medien aussieht, wie sich die Zukunft der Medienbranche gestaltet und warum er Freie Medien nicht ganz versteht, erklärt FM4-Moderator Martin Blumenau im Gespräch mit dem Medienjournal. Medienjournal: Die Medienbranche steht zurzeit im Umbruch, der Journalismus gerät weiter unter Druck und neue Geschäftsmodelle werden benötigt. Wie sollen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die schöne alte und schöne neue Welt der Medien aussieht, wie sich die Zukunft der Medienbranche gestaltet und warum er Freie Medien nicht ganz versteht, erklärt FM4-Moderator Martin Blumenau im Gespräch mit dem Medienjournal.<span id="more-1926"></span></p>
<p><strong>Medienjournal: Die Medienbranche steht zurzeit im Umbruch, der Journalismus gerät weiter unter Druck und neue Geschäftsmodelle werden benötigt. Wie sollen die Freien Medien mit der veränderten Situation umgehen?<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Ich habe mit der Definition des Begriffs Freie Medien mittlerweile ein sehr großes prinzipielles Problem. Ich kann nachvollziehen wie das bei audiovisuellen Medien ist, mir ist relativ klar was Freie Radios sind und was sie können, vor allem im Vergleich zu großen Public-Radio-Systemen in anglo-amerikanischen Ländern. Es ist mittlerweile auch jedem relativ klar was der Freie Fernsehkanal kann, wie das jedoch im Print- und Onlinebereich aussehen soll, verstehe ich nicht ganz.</p>
<p><strong>Medienjournal: Letztlich vertritt der Medienverband eine Menge Special-Interest-Magazine, deren Besitzverhältnisse ganz unterschiedlich sind. Das geht von Magazinen die in einem klassischen Verlag erscheinen, bis hin zu Medien die von Einzelpersonen umgesetzt werden.<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Das ist interessant und wichtig und das hat es auch immer gegeben und soll es weiter geben. Ich finde jedoch, dass sind keine Freien Medien, das sind einfach Medien. Der Begriff des Freien Mediums ist da nicht angebracht, weil jemand, der einem Einzelinteresse unterliegt, ist genauso wenig frei wie ein Medium das in einem normalen Verlag erscheint. Ich sehe da keinen Unterschied zu den Mainstream-Medien.</p>
<p>Für mich sind die sogenannten Freien Medien einfach kleinere Medien, die mit all den Problemen genauso umgehen sollen und müssen wie die anderen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach partizipative Medien in der veränderten Medienlandschaft, wie sieht ihre Zukunft aus und was können Sie leisten?<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Würde der österreichische Medienmarkt funktionieren, dann müssten wir darüber gar nicht reden. Dann wäre das ansatzweise umgesetzt. Die Mainstream-Presse hätte bereits einen durchaus partizipativen Internetauftritt und dann gäbe es jede Menge Web-Medien, die sich genau damit beschäftigen. Dann würde auch die Diskussion vom Dreisäulenmodell im öffentlich rechtlichen Rundfunk ganz anders ausschauen. Nachdem das alles nicht so ist, sprechen wir von einer Situation die selbst der in Deutschland hinterher hinkt.</p>
<p>Projekte wie der Standard-Online haben erst an der Oberfläche der Möglichkeiten gekratzt. Und auch die Durchmischung von Print und Online in den Medien, die euer Verband vertritt, ist bis auf ein paar wenige Ausnahmen so gut wie inexistent. Also da gibt es extrem wenig, dass man vorzeigen könnte und das ist natürlich eine Schande.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie haben auf  FM4 über den letzten Tag der Freien Medien berichtet und haben den Artikel als „schöne alte Welt“ betitelt. Was stellen Sie sich unter einer schönen neuen Welt vor? Wie sieht die Zukunft der Medien aus?<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Ich weiß nur, dass da gefühlsmäßig zu 100 Prozent Printprodukte ausgelegen sind, wahrscheinlich gab es auch ein paar Netzpublikationen die präsent waren. Die waren auf jeden Fall nicht am Bildschirm. Die schöne alte Welt ist die Printwelt und die schöne neue Welt ist die Verknüpfung und Verbindung aller Medienformen, über die wir aktuell verfügen. Aber diese neue Welt habe ich bei den Medientagen im Fluc nicht gesehen, deshalb die Formulierung.</p>
<p><strong>Medienjournal: Das neue ORF-Gesetz ist unserer Meinung nach nicht sehr zukunftsorientiert. Was denken Sie kann diese Veränderung für Auswirkungen haben?<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Das ist ein Problem, die Einschätzung ist richtig. Man hat sich da ohne Not nicht nur viele Möglichkeiten des Web2.0 wegnehmen lassen, sondern sich selber durch die Zustimmung zu dem Gesetz die Möglichkeit des Nachdenkens, über das was danach kommt, beraubt. Ob das geschickt ist, sei dahin gestellt. Das Problem beim Gesetz ist allerdings, es ist noch nicht ausdefiniert und deshalb ist nicht wirklich klar was alles bedeutet. Da werden jetzt im Sommer Juristen beratschlagen und feststellen was es tatsächlich bedeutet. Also es ist in diesem Zusammenhang immer von Schlupflöchern die Rede, denn in vielen Bereichen ist einfach noch nicht klar was das was da drinsteht, bedeutet.</p>
<p><strong>Medienjournal: Durch das veränderte Nachrichtenkonsumverhalten muss sich auch die Werbewirtschaft anpassen. Peter Krotky von der Presse meinte dazu in einem Interview, dass die Medienkrise doch vielmehr eine Werbewirtschaftskrise ist. Kann die veraltete Werbeindustrie an der Medienkrise Schuld sein?<br />
</strong><br />
<strong>Blumenau:</strong> Ich finde es nur immer wieder verdächtig, wenn die eine Branche die definitiv in der Krise ist &#8211; und zwar definitiv in einer inhaltliche Krise ist, weil einfach die Medienkonvergenz die Krise verursacht hat &#8211; von dieser Krise frei reden will, indem sie die dann einer anderen aufschwatzt. Das finde ich verdächtigt. Die Werbeindustrie wird wahrscheinlich umgekehrt dasselbe sagen.</p>
<p>Die Krise ist gegeben, inhaltlich auf jeden Fall, wahrscheinlich auch ökonomisch, auch wenn sich das bislang noch nicht so richtig in Personalabbau etc. manifestiert hat. Die Frage wie man das vermeiden kann, was in den nächsten Monaten abgehen wird, traue ich mir nicht einzuschätzen, weil das eine Branche ist die von leichten seismografischen Störungen abhängig ist und da kann ein kleiner Ausreißer vieles verändern. Aber so zu tun als gäbe es keine ökonomische Medienkrise halte ich für ein bisschen gewagt.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Blumenau" target="_blank">Martin Blumenau (Wikipedia)</a></li>
<li><a href="http://kundendienst.orf.at/orfstars/blumenau.html" target="_blank">Kurzbio Martin Blumenau (ORF)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/blumenau-freie-medien-sind-einfach-kleinere-medien/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Mafia-Paragraf“ Gefahr für die Medienfreiheit</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9emafia-paragraf%e2%80%9c-gefahr-fur-medienfreiheit</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9emafia-paragraf%e2%80%9c-gefahr-fur-medienfreiheit#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 03:57:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>victoria.zedlacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Mafia-Paragraf]]></category>
		<category><![CDATA[Tierschutzprozess]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://medienjournal.at/?p=1857</guid>
		<description><![CDATA[Seit längerem tobt in Österreich eine hitzige Debatte um den sogenannten Mafia-Paragrafen &#8211; §278ff StGB.  Dieser wurde geschaffen, um Menschenhändler, die Mafia oder Terroristen dingfest zu machen. Wegen der zu ungenauen Formulierung dieses Paragrafen fürchten Gewerkschaften, Umwelt-, Tierschutz-, Menschenrechtsorganisationen aber auch Journalisten in ihrem Aktionsradius drastisch eingeschränkt, gar mundtot gemacht zu werden. Eine gewisse Prominenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1859" title="demokratieretten" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/08/demokratieretten-Kopie.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Seit längerem tobt in Österreich eine hitzige Debatte um den sogenannten Mafia-Paragrafen &#8211; §278ff StGB.  Dieser wurde geschaffen, um Menschenhändler, die Mafia oder Terroristen dingfest zu machen.<span id="more-1857"></span></p>
<p>Wegen der zu ungenauen Formulierung dieses Paragrafen fürchten Gewerkschaften, Umwelt-, Tierschutz-, Menschenrechtsorganisationen aber auch Journalisten in ihrem Aktionsradius drastisch eingeschränkt, gar mundtot gemacht zu werden.<br />
Eine gewisse Prominenz erlangte der Paragraf vor allem durch den &#8220;<a href="http://tierschutzprozess.at/" target="_blank">Tierschutz-Prozess</a>&#8220;, der seit März dieses Jahres andauert.</p>
<p><strong>Journalisten im Visier</strong></p>
<p>Auch Journalisten können in ihrer Berichterstattung durch das von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) vorgelegte Terrorismuspräventionsgesetz eingeschränkt werden. Die Erweiterung des Paragraphen 278ff StGB stellt dabei das Veröffentlichen eines Medienwerks unter Strafe, wenn dieses <em>&#8220;dazu geeignet ist, um als Anleitung einer terroristischen Strafe (278c) zu dienen, oder die Umstände der Verbreitung geeignet sind, zur Begehung einer terroristischen Straftat aufzureizen.&#8221;</em> Zum Beispiel kann jede detaillierte Berichterstattung über einen Terrorakt Nachahmer hervorrufen. Damit kann dem Journalist oder der Journalistin Aufreizen zum Terror unterstellt werden. Oder es wird in einem Bericht die Motivation für Terrorismus hinterfragt und in Ansätzen Verständnis gezeigt.</p>
<p>&#8220;Auch sicherheitspolitische Rechtsprechung darf nicht auf Kosten demokratischer Grundwerte gehen. Der neue Paragraph 278 birgt die Gefahr, dass investigativ recherchierende Journalisten künftig mit leichter Hand kriminalisiert werden können. Das wäre für einen Rechtsstaat eine extreme Verletzung der demokratischen Presse- und Informationsfreiheit&#8221;, warnt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen</p>
<p>Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) sieht die Medienfreiheit in Gefahr und schreibt in seiner Stellungnahme: „Diese Bestimmungen machen es Journalisten nahezu unmöglich, über Missstände zu berichten. Aufgabe des investigativen Journalismus ist aber die Aufdeckung von Missständen, wozu zum Beispiel auch die schlampige Handhabung von Sicherheitsmaßnahmen auf einem Flughafen gehört.“</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mit Plattform demokratie-retten.at demokratische Grundrechte wahrnehmen</strong></p>
<p>Um all jenen eine Stimme zu geben, die die Debatte um den §278 sorgt und die die demokratischen Grundwerte in Österreich in Gefahr sehen, wurde der Protest &#8220;Demokratie Retten&#8221; ins Leben gerufen. Die Plattform dazu wird von der Initiative Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt. Per Mausklick ist es möglich, seine demokratischen Rechte wahrzunehmen und ein Protest-Email an die verantwortlichen Politiker zu senden.</p>
<p>Auf demokratie-retten.at findet der Benutzer die Informationen zum Paragrafen und ein Protesttool. Die Protest-Email wird direkt an die verantwortlichen Politiker aus Regierung und Parlament gesendet.  &#8221;&#8230;Denn wer in der Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf&#8221;, so lautet der Slogan des &#8220;Demokratie-Retten&#8221;-Protests.</p>
<p>Die daran beteiligten Organisationen sind sich einig: &#8220;Schutz vor Terrorismus ja, aber mit präzisen Gesetzen. Es kann nicht sein, dass NGOs und Journalisten in die Schusslinie geraten können.&#8221;</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.demokratie-retten.at/">Demokratie retten &#8211; zur Petition</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1267131864979/Mafia-Paragraf-278a-STGB" target="_blank">So lautet der § 278</a></li>
<li><a href="http://derstandard.at/1276413165159/Mafia-Paragraf-NGOs-sehen-Ende-des-freien-Journalismus" target="_blank">NGOs sehen Ende des Freien Journalismus</a> (derStandard.at)</li>
<li><a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100615_OTS0099/278stgb-untergraebt-demokratische-grundwerte" target="_blank">§278 untergräbt demokratische Grundwerte</a> (APA-OTS)</li>
<li><a href="http://www.oejc.or.at/oejc/stellungnahmen/terrorismusp.pdf" target="_blank">Stellungnahme des ÖJC</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9emafia-paragraf%e2%80%9c-gefahr-fur-medienfreiheit/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
