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	<title>Neues Österreichisches Medienjournal &#187; Medienjournal</title>
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	<description>Journal des Österreichischen Medienverbands</description>
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		<title>The Message: Wollen eine Institution für urbane Subkultur werden</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 05:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dominik.meisinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienverband]]></category>
		<category><![CDATA[HipHop]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[the message]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit nun mehr 13 Jahren berichtet das Printmagazin „The Message“ über österreichische und internationale HipHop-Kultur ohne dabei an den Grenzen des Genres Halt zu machen. Wir sprachen mit Chefredakteur Moritz Gottsauner über den kürzlich erfolgten Relaunch des Magazins für "urban music and arts".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1517" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/themessage.jpg" alt="The Message" width="490" height="220" /><br />
Seit  mehr als 13 Jahren berichtet das Printmagazin <a title="TheMessage.at" href="http://www.themessage.at/" target="_blank">„The Message“</a> über österreichische und internationale Hip Hop-Kultur, ohne dabei an den Grenzen des Genres Halt zu machen &#8211; so landeten in der Vergangenheit neben heimischen Rap-Acts auch schon <a title="Hans Krankl am &quot;Message&quot;-Cover" href="http://www.themessage.at/images/stories/Backissues/cover%2018_small.jpg" target="_blank">Hans Krankl</a> oder <a title="Marianne Mendt am &quot;Message&quot;-Cover" href="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc3/hs459.snc3/26257_378987721052_42040241052_4446835_7000357_n.jpg" target="_blank">Marianne Mendt</a> am Cover des Heftes. <span id="more-1513"></span></p>
<p>Mit der letzten Ausgabe präsentierte sich das „Magazine for Urban Music and Arts“ rundum erneuert und will sich auch inhaltlich etwas breiter ausrichten. Wir sprachen mit „The Message“-Chefredakteur Moritz Gottsauner, der neben seiner Tätigkeit als <a title="Datum" href="http://www.datum.at" target="_self">„Datum“</a>-Redakteur das Magazin redaktionell leitet.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie ist „The Message“ als österreichisches Hip Hop-Magazin entstanden?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Es hat 1997 als selbst kopiertes Heft begonnen, damals noch mit dem Untertitel &#8220;Die ultimative Hip Hop-Informationsbroschüre aus Wien, 100% Underground&#8221;. Das waren einfach ein paar Leute aus der Hip Hop-Szene, die sich zusammengetan und das auf die Beine gestellt haben. Schließlich ist es immer professioneller geworden – das Design hat sich über die Zeit verändert , auch das Logo und das Papier, auf dem es gedruckt worden ist. Ich selbst bin seit 2004 dabei und habe zunächst mit Storys über Graffiti in Brasilien, wo ich mich damals aufgehalten habe, begonnen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Was hat sich in den letzten Jahren in der Arbeit von „The Message“ verändert?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Früher hatten wir beispielsweise noch ein richtiges Büro, welches wir mittlerweile aber aus finanziellen Gründen aufgegeben haben. Deshalb treffen wir uns jetzt alle zwei Wochen in irgendwelchen Lokalen in Wien. Die „Message“-Redaktion fluktuiert auch sehr, die Redaktion besteht aus einem Pool von etwa 20 Leuten. Dazu kommen noch Grafiker und Anzeigenleute.</p>
<p>Die größte Veränderung, die sich in meiner Zeit ereignet hat, war unser Relaunch mit der letzten Ausgabe: Es gab ein komplettes Re-Design, das Format hat sich verändert, das Logo ebenfalls. Wir haben vor, das Magazin etwas zu öffnen. „The Message“ hat sich nie wirklich auf Hip Hop beschränkt, sondern schon früh auch andere Richtungen, die damit zusammenhängen, wie etwa Funk oder Soul, aufgegriffen. Das Genre Hip Hop im weitesten Sinn hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr verändert. Viele Dinge, die ursprünglich aus dem Hip Hop kommen, haben sich in andere Richtungen weiterentwickelt und dem wollen wir gerecht werden.</p>
<p>Die Idee hinter dem Relaunch war auch, Leute anzusprechen, die nicht direkt vom Hip Hop kommen, aber grundsätzlich verschiedene Aspekte der Subkultur interessant finden, etwa Graffiti oder Off-Topic-Geschichten, die nur am Rande mit Musik zu tun haben.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie wichtig ist für „The Message“ der Standort Österreich und damit die Verbundenheit zur heimischen Szene?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Wir versuchen, den österreichischen Sachen so gut wie möglich eine Öffentlichkeit zu bieten und das mit einem internationalen Input zu verbinden. Wir wollen österreichische Hip Hop-Musik einem weiteren Leserkreis schmackhaft machen. Lustigerweise schimpfen jetzt in der Hip Hop-Szene einige, dass wir Marianne Mendt am Cover haben und jetzt anders ausschauen. Aber wenn wir in den letzten zwei, drei Jahren wen am Cover hatten, waren das fast immer österreichische Hip Hop-Acts. Wir versuchen, diese Musik einem neuen Publikum näher zu bringen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie haben erwähnt, dass sich „The Message“ mit dem Relaunch etwas öffnen, über die Hip Hop-Szene hinaus gehen will. Wie sieht das inhaltlich aus?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Wir wollen grundsätzlich verschiedenen Dingen eine Plattform bieten, ob das jetzt Hip Hop ist, Dubstep, Grime, Graffiti, diese ganzen neuen Beat-Sachen, wo auch in Wien extrem viel passiert. Das alles ist immer noch eine unterrepräsentierte Subkultur, obwohl hier so viel geschieht. Wir haben zwar FM4, was eine gute Sache ist, aber die müssen auch extrem viel abdecken. Im ORF-Fernsehen passiert kaum etwas zu musikalischer Subkultur oder Jugendkultur.</p>
<p>Es gibt vielleicht ab und zu einen Beitrag im Kulturmontag, aber bei denen hört und sieht man meistens auch gleich, dass die Leute, die das machen, einfach kein Hintergrundwissen haben. Die richten sich offenbar auch an ein anderes Publikum, aber bestimmt nicht an ein junges. Das schafft der ORF seit Jahren nicht. Sendungen wie &#8220;Willkommen Österreich&#8221; oder die &#8220;Sendung ohne Namen&#8221; sind bzw. waren, lustig, unterhaltsam und sehr gut gemacht. Mit Kulturberichterstattung hat das aber gar nichts zu tun.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sie haben schon erzählt, dass ihr euer Büro aufgegeben habt – wie schwierig ist es, in Österreich ein Subkultur-Magazin zu betreiben?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Wenn man so ein Magazin macht wie das „Message“, klein und arm – wie so viele gute Sachen in Österreich – dann funktioniert das nur, wenn Leute mitarbeiten, die das vor allem aus Liebe zur Sache machen, auch wenn das jetzt kitschig klingt. Ansonsten würde „The Message“ gar nicht funktionieren. Bei uns kriegt ja niemand was bezahlt, außer die Grafiker – aber für das Geld, dass sie bei uns kriegen, würden sie für andere Leute auch nur einen Entwurf machen und bei uns machen sie Nächte durch und redesignen das ganze Heft.</p>
<p>Es steht eben ein Idealismus dahinter. Natürlich bekommen die Leute, die für uns schreiben auch etwas zurück: Man kriegt Promo-CDs, kann Interviews mit interessanten Leuten führen, selber schreiben und <a title="The Message-Radio" href="http://www.superfly.fm/new/djsshows/themessage.html" target="_blank">Radio machen</a>. Aber im Endeffekt muss eben eine gewisse emotionale Bindung dabei sein, damit man es macht. Jeder, der mitarbeitet, hat andere Jobs oder studiert, muss überleben und macht zwanzig Dinge gleichzeitig – und trotzdem schaffen wir es immer wieder, das Heft herauszubringen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Inwiefern ist es dabei  für euch</strong><strong> wichtig</strong><strong>, dass das Magazin als Print-Produkt erscheint? </strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Ich glaube, dass das sehr wichtig ist. Ob es nur online auch funktionieren würde? Da bin ich sehr skeptisch. Es ist lustig, weil es eigentlich paradox ist – aber generell im Journalismus, ob es eine Tageszeitung ist oder ein Magazin wie bei uns: Online hat noch nicht ganz den Stellenwert wie Print. Seinen Namen unter einem Artikel in einem Printmagazin stehen zu haben, ist vielen einfach mehr wert als dasselbe online. Bei einer Tageszeitung ist das Paradoxe daran, dass die am nächsten Tag weggeschmissen wird, während dein Artikel im Internet womöglich die nächsten zwanzig Jahre noch abrufbar sein wird.</p>
<p>Bei einem Print-Artikel, in den man viel Arbeit hineinsteckt, hat man zum Schluss einfach ein Endprodukt, das man in die Hand nehmen kann, in einem schönen Magazin mit schönem Layout. Es ist auch klar, dass sich die Zukunft im Internet abspielt. Aber wir machen einfach gern Magazine. Das macht Spaß, das kommt aus der Druckerei, das sieht gut aus, das riecht gut, wir haben ja auch ein extrem wohlriechendes Magazin, sicher eins der wohlriechendsten in Österreich (lacht).</p>
<p><strong>Medienjournal: Wo siehst du „The Message“ in fünf Jahren?</strong></p>
<p><strong>Gottsauner:</strong> Hmm&#8230; vielleicht gibt’s dann ein „The Message“-Building auf der Mariahilfer Straße mit einem fetten Schriftzug in Leuchtlettern (lacht). Nein, also ich würd mir wünschen, dass das „Message“ für die urbane Subkultur eine Institution wird, wie es jetzt schon eine in der HipHop-Szene ist.</p>
<p>Ansonsten geht es mehr um die kleinen Schritte, Leute glücklich machen – etwa schon dadurch, dass jemand das „Message“ liest, daraufhin ins Internet geht und sich die Musik anhört oder auch, dass jemand ein Graffiti an der Wand sieht und dann vielleicht die Geschichte des Menschen, der das gemacht hat, kennt, weil er sie bei uns gelesen hat. Unser Anspruch ist, dass wir einen Zugang zu gewissen Dingen schaffen.</p>
<p><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.themessage.at/" target="_blank">The Message &#8211; Magazine for Urban Music and Arts</a><strong><br />
</strong></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein heißer Sommer verlangt nach frischluft</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/ein-heiser-sommer-verlangt-nach-frischluft</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 05:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>victoria.zedlacher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[frischluft]]></category>
		<category><![CDATA[junQ]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jugendkultur- &#38; Medienplattform junQ.at relauncht ihr Print-Magazin frischluft. Am 21. August wird in Linz das Kick-Off Meeting des freien Linzer Jugendmagazins stattfinden. Das Magazin soll, in regelmäßigen Abständen, viermal jährlich erscheinen. „frischluft &#8211; Linz‘ anderes Jugendmagazin“, nimmt seine Arbeit wieder auf. Nach über einjähriger Funkstille entschied man sich die Betreiberplattform junQ.at das Projekt wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1763" title="frischluft ist zurueck" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/frischluft-ist-zurueck-Kopie.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Die Jugendkultur- &amp; Medienplattform junQ.at relauncht ihr  Print-Magazin frischluft. Am 21. August wird in Linz das <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=135783399786975&amp;ref=ts" target="_blank">Kick-Off Meeting</a> des freien Linzer  Jugendmagazins stattfinden. Das Magazin soll, in regelmäßigen  Abständen, viermal jährlich erscheinen.<span id="more-1760"></span></p>
<p>„frischluft &#8211; Linz‘ anderes Jugendmagazin“, nimmt seine Arbeit wieder  auf. Nach über einjähriger Funkstille entschied man sich die  Betreiberplattform <a href="www.junq.at" target="_blank">junQ.at </a>das Projekt wieder aufleben zu lassen. „Wir  hatten immer wieder mit der Finanzierung des Projekts zu kämpfen und  aufgrund der langen Zwangspause sind auch einige Mitarbeiter  weggebrochen. Am Relaunch arbeiten wir jetzt seit etwa vier Monaten.“, begründet Daniel Friesenecker, Herausgeber und Chefredakteur von frischluft, den langsamen Wiederaufbau des Magazins.</p>
<p>Über Bewerbung in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, habe  man bei frischluft mittlerweile über zehn Team-Mitglieder für das  Relaunch-Team gewinnen können.</p>
<p>„Es freut uns ganz  besonders, dass sich schon jetzt junge Menschen auf unterschiedlichste  Art und Weise einbringen möchten. Wir haben bereits Grafikdesigner,  Redakteure und Fotografen an Board. Wer mitarbeiten möchte ist natürlich jederzeit gerne Willkommen.“, freut sich Friesenecker über den Zuspruch für das ehrenamtliche Projekt. „Wir  hoffen mit einem neuen, partizipativen Konzept nun endlich die Vision  eines freien unabhängigen Print-Magazins umsetzen zu können. Einige  Förderstellen haben sich gesprächsbereit gezeigt, wir hoffen, dass wir  nicht erneut Enttäuschungen hinnehmen müssen.“, zeigt sich der Herausgeber vorsichtig.</p>
<p>Die Website des Projekts ist unter <a href="http://www.frischluft.at/">www.frischluft.at</a> erreichbar, dort besteht auch die Möglichkeit an einer Umfrage  teilzunehmen, die die Basis für die Ausrichtung des Magazins bilden  wird. Außerdem besteht die Möglichkeit sich über die Mitarbeit an  frischluft zu informieren. Die Redaktion wird aus jungen Menschen im  Alter von 14 bis ca. 22 Jahren bestehen. Vorkenntnisse sind nicht  notwendig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1764" title="frischluft_neu" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/frischluft_neu-Kopie.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Daniel Friesenecker ist Chefredakteur und Herausgeber von frischluft</p>
<p>Das Kick-Off Meeting findet am 21. August, ab 09:00 Uhr, in der Baumbachstraße 15, 4020 Linz statt.</p>
<p><strong>Weitere Informationen unter:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://frischluft.at/" target="_blank">frischluft.at</a></li>
<li><a href="http://junq.at/" target="_blank">junQ.at</a></li>
<li><a href="http://www.facebook.com/junQ.at">j</a><a href="http://www.facebook.com/junq.at">unQ.at auf Facebook</a></li>
<li><a href="http://www.facebook.com/junq.at?v=app_2344061033&amp;ref=ts#%21/event.php?eid=135783399786975&amp;index=1Kick-Off"></a><a href="http://www.facebook.com/junq.at?v=app_2344061033&amp;ref=ts#!/event.php?eid=135783399786975&amp;index=1Kick-Off" target="_blank">Kick-Off Meeting auf Facebook</a></li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wieder gelesen: Noam Chomskys „Media Control“</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/wieder-gelesen-noam-chomskys-%e2%80%9emedia-control%e2%80%9c</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 05:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>laura.sabetzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht erst seit dem Irakkrieg oder der Invasion in Afghanistan spielen die US-amerikanischen Massenmedien als Regierungsorgan eine Rolle. Der Krieg gegen den Terror und die Rolle der USA als „Weltpolizei“ werden von Massenmedien propagiert. Mit „Media Control“ schuf Noam Chomsky ein Standardwerk über die Manipulation der Medien. „Propaganda is to a democracy what the bludgeon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-1724" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/media-control_bild-486x220.jpg" alt="" width="486" height="220" /><br />
Nicht erst seit dem Irakkrieg oder der Invasion in Afghanistan spielen die US-amerikanischen Massenmedien als Regierungsorgan eine Rolle. Der Krieg gegen den Terror und die Rolle der USA als „Weltpolizei“ werden von Massenmedien propagiert. Mit „Media Control“ schuf Noam Chomsky ein Standardwerk über die Manipulation der Medien.</p>
<p><span id="more-1543"></span></p>
<p>„Propaganda is to a democracy what the bludgeon is to a totalitarian state.”, meinte Chomsky und sprach damit die Macht der Agitation an. „Media Control“ wurde 1989 verfasst und klärte bereits damals über die Propagandawirkung der Massenmedien auf. Spannend ist hauptsächlich die Einleitung mit den Teilen „Über den ‚Krieg gegen den Terrorismus’. Bericht eines Journalisten vom Mars“ und „Über die spektakulären Erfolge der Propaganda“. Der erste Teil wurde 2002 verfasst, der Rest des Buches stammt aus Vorlesungen, die Chomsky 1988 gehalten hat.</p>
<p>Nun, das Buch wirkt für den modernen Leser etwas trocken und veraltet. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man dessen Aktualität und die Basisarbeit Chomskys, auf der spätere Autoren aufbauen konnten. Medienkritik gab es zwar seit dem Aufkommen der Massenmedien Film und Radio, doch mit dem Fernsehen erreichten Informationen in kurzer Zeit den Großteil der US-amerikanischen Haushalte, weshalb Kritiker noch mehr Zündstoff bekamen. Ende der 1980er Jahre war Chomskys Medienkritik durch zahlreiche Kriege und Krisen angefacht worden. Der Vietnamkrieg und der Kalte Krieg bestimmten die amerikanische Medienberichterstattung. Hier setzte Chomsky mit seiner Kritik an der Manipulation durch Massenmedien an.</p>
<p><strong>Amerikanische Propaganda</strong></p>
<p>„Gute Propaganda erfindet einen Slogan, dem alle zustimmen können, ohne wissen zu müssen, was er bedeutet, weil er nämlich nichts bedeutet.“ (S. 35) Allein mit dem Gedanken an Wahlplakate heimischer Parteien kann man dieser Aussage nur zustimmen.<br />
Wie die Medien in den USA als Propaganda-Agenten der Regierung agieren und wie eng das Netz aus Politik, Wirtschaft und Medien gespannt ist, wird mit zahlreichen Beispielen belegt. Am besten ließe sich, laut Chomsky, eine solche Propaganda über große Konzernmonopole organisieren, da sie im Wesentlichen identische Anschauungen vertreten, und Vielfalt und Unübersichtlichkeit das Propagandageschäft stören würden. Ein totalitärer Staat muss auf die Meinungen der Menschen keine Rücksicht nehmen, aber „in einer demokratischen Ordnung lauert immer die Gefahr, dass unabhängiges Denken in politisches Handeln umgesetzt wird, und diese Bedrohung muss schon an der Wurzel bekämpft werden.“ (S. 103)</p>
<p>Vom Ersten Weltkrieg bis zum Irakkrieg propagieren amerikanische Medien im Sinne der Regierung. Das begann bereits 1917 mit der <a href="http://www.propagandacritic.com/articles/ww1.cpi.html">Creel-Kommission</a> (oder Committee on Public Information). Diese Kommission war ein Propagandainstrument der US-Regierung unter Woodrow Wilson, welches die Bevölkerung psychologisch auf den Ersten Weltkrieg einstimmen sollte. Darin liegt laut Chomsky das Potential der amerikanischen Propagandamaschinerie: Die Öffentlichkeit von Ereignissen informieren und sie überzeugen zuzustimmen, obwohl sie das ursprünglich nicht wollten.</p>
<p><strong>Krieg für die Demokratie</strong></p>
<p>Chomsky vermutet dahinter den speziellen Demokratiebegriff der USA, der eingeschränkt ist. Es gibt Meinungsmacher (in seinem Beispiel die regierungstreuen Massenmedien), die ihre Anschauungen verbreiten. Dabei haben die USA die besondern Drang, ihren Demokratiebegriff zu verbreiten. „Das Verlangen, eine Demokratie amerikanischen Stils in der ganzen Welt verbreitet zu sehen, ist schon immer das Leitmotiv der US-Außenpolitik gewesen“ (S. 105), zitiert Chomsky etwa einen Auslandskorrespondenten der <em>New York Times</em>. Staaten, die von den USA angegriffen würden, hätten kein Recht sich zu verteidigen, wohingegen die Vereinigten Staaten anderen Ländern ihren Willen notfalls auch mit Gewalt aufzwingen dürften. „Demzufolge ist es auch kein Widerspruch, wenn wir  Demokratie und Unabhängigkeit für Südvietnam verlangen und dabei das Land zerstören, um zuerst die Nationale Befreiungsfront und dann die politisch organisierten Buddhisten auslöschen, bevor wir ‚freie Wahlen’ abhalten lassen.“ (S. 147) Setzt man in diesen Satz die Wörter  Afghanistan und Taliban ein, hat er auch für die Situation im Jahr 2001 Gültigkeit.</p>
<p>Am Ende bleibt wohl eine Erkenntnis: Obwohl Chomsky die Manipulation der US-Medien anhand Beispielen aus den 1970er und 1980er Jahren belegt, hat das Buch trotzdem aktuelle Relevanz. Denn es zeigt, dass sich kaum etwas in dieser Medienlandschaft verändert hat. Es liegt am Ermessen jedes Einzelnen Nachrichten zu überdenken oder zu hinterfragen – schließlich macht uns das zu mündigen Bürgern.</p>
<p><em>Media Control. Wie die Medien uns manipulieren.</em> Taschenbuch. 4. Auflage. Piper München, 2010, 256 Seiten, 10,30 Euro.</p>
<table border="0" bgcolor="#cccccc">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Der Autor</strong>:<br />
Noam Chomsky, 1928 geboren, ist  Professor für Linguistik am <a href="http://web.mit.edu/" target="_blank">MIT</a>. Er gilt als einer der meist zitierten Autoren. Ab den 1960er Jahre wurde der linke Intellektuelle politisch und ist seit dem Vietnamkrieg als scharfer Kritiker der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik weltweit bekannt. Er entwickelte die Chomsky-Hierarchie (oder Chomsky-Schützenberger-Hierarchie).</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Links</strong>:<a href="http://www.chomsky.info/" target="_blank"><br />
</a></p>
<ul>
<li><a href="http://www.chomsky.info/" target="_blank">Noam Chomsky</a> (Offizielle Website)</li>
<li><a href="http://evans-experientialism.freewebspace.com/chomsky03.htm" target="_blank">Early History of Propaganda</a> (Noam Chomsky)</li>
<li><a href="http://www.propagandacritic.com/articles/ww1.cpi.html" target="_blank">The Commitee of Public Information</a> (Creel Commission)</li>
<li><a href="http://www.library.georgetown.edu/dept/speccoll/britpost/posters.htm" target="_blank">Propaganda Posters First World War</a> (Georgetown University.edu)</li>
<li><a href="http://www.learnnc.org/lp/editions/ww1posters" target="_blank">Propaganda Posters First World War</a> (Learnnc.org)</li>
<li><a href="http://www.guidespot.com/guides/world_war_ii_posters" target="_blank">Propaganda Posters Second World War</a> (Guidespot.com)</li>
</ul>
<p><strong>Foto</strong>: Laura Sabetzer</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Krieg um die Öffentlichkeit hat erst begonnen. Virtuelle Demonstrationen 1</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 05:02:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.aschauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
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		<description><![CDATA[Virtueller Widerstand wird gerne als neu und innovativ dargestellt. Das Projekt #unibrennt oder die Demonstrationen im Iran werden zur Untermauerung herangezogen. Doch, so neu und innovativ ist das ganze allerdings nicht, wenngleich durch die Weiterentwicklung der Social Media Plattformen vielleicht eine neue Qualität dazugekommen ist. Aber alles der Reihe nach. Woher kommt der viel beschworene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1377" title="media-meinung" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/06/media-meinung-Kopie.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Virtueller Widerstand wird gerne als neu und innovativ dargestellt.  Das Projekt #unibrennt oder die Demonstrationen im Iran werden zur  Untermauerung herangezogen. Doch, so neu und innovativ ist das ganze  allerdings nicht, wenngleich durch die Weiterentwicklung der Social  Media Plattformen vielleicht eine neue Qualität dazugekommen ist. <span id="more-1782"></span></p>
<p>Aber  alles der Reihe nach. Woher kommt der viel beschworene virtuelle  Widerstand &#8211; gibt es diesen überhaupt? Drei virtuelle Protestaktionen  als Fallbeispiele aus der Vergangenheit werden jüngsten Entwicklungen  gegenüber gestellt.</p>
<p><strong>Ursprung des virtuellen Widerstands</strong></p>
<p>Bis 1998 blieb elektronischer, ziviler Ungehorsam ein theoretisches  Amusement. Aber nach dem Acteal Massaker in Chiapas verschob sich  allgemein die Haltung. Der Ruf nach Beendigung des Krieges in Chiapas  wurde über das Web artikuliert. Das Medium Internet wurde erstmals  sowohl als Infrastruktur zur Kommunikation, als auch als Ort für direkte  Aktion verwendet. 1998 rief eine Gruppe mit dem Namen Electronic  Disturbance Theater erstmals dazu auf, mit Mitteln des elektronischen,  zivilen Ungehorsams gegen die mexikanischen Regierung vorzugehen (vgl.  Wray, Elektronischer Ziviler Ungehorsam). Die Absicht des Electronic  Disturbance Theater ist es, den politischen Protest, der in der realen  Welt durch Demonstrationen auf öffentlichen Straßen und Plätzen  stattfindet und eine demokratisch legitime Form im Sinne der freien  Meinungsäußerung ist, auch im virtuellen Raum der Datennetze zur Geltung  zu bringen (Horvath, Internet, 87). Es gelang durch simultanes und  gleichzeitiges Zugreifen auf die Webseite der mexikanischen Regierung  diese lahmzulegen und damit eine klare Botschaft an die Welt zu richten.</p>
<p><strong>eToys</strong></p>
<p>Eine neue Dimension des virtuellen Angriffs (…) stellt die Aktion Toywar  dar (Horvath, Internet, 93). Diese entstand aus folgenden Gründen:  Ende November 1999 ging eToys, ein sehr großer Spielzeughändler im  Internet, vor Gericht, um eine einstweilige Verfügung gegen die bekannte  Schweizer Künstlergruppe etoy zu erwirken. Und er bekam Recht.  Daraufhin wurde im Cyberspace wieder demonstriert. Ziel war, den Zugang  zur Webseite von eToys zu erschweren und somit das Weihnachtsgeschäft zu  stören, was sich auch auf den Aktienwert auswirkte. (…) Nach mehr als  einem Monat des Protestierens gab eToys die Domain zurück. (Horvath,  Internet, 94).<br />
eToys war so etwas wie das Brent-Spar des E-Commerce, meint der  Konstanzer Internetforscher Reinhold Grether. Das Beispiel des  Electronic Disturbance Theater macht deutlich, dass Homepages nicht nur  zur Informationsbereitstellung sondern auch für die Durchsetzung von  politischen Interessen genutzt werden können. (Horvath, Internet, 95)</p>
<p><strong>Lufthansa</strong></p>
<p>Um gegen das Geschäft mit der Abschiebung zu demonstrieren, haben  antirassistische Gruppen am 20. Juni 2001 die Homepage der Lufthansa  blockiert. Das Ordnungsamt Köln fühlte sich nicht zuständig, und auch  die Polizei war desinteressiert, als die Demonstration ihnen angekündigt  wurde. Eine Online-Demonstration falle nicht unter das  Versammlungsgesetz &#8211; wurde da verlautbart (<a href="www.nadir.org" target="_blank">Nadir.org</a>) Im breiten Rahmen  wurden Berichte über die Demonstration im Netz geschaltet und zur  Unterstützung aufgerufen. Die Online-Demonstranten erreichten auf jeden  Fall einen Achtungserfolg. Sie konnten zumindest kurzzeitig den Zugang  zur Lufthansa Seite blockieren, verursachten einen Stau im  Lufthansanetzwerk (<a href="http://www.terz.org/texte/texte_07_01/lausi.html" target="_blank">http://www.terz.org/texte/texte_07_01/lausi.html</a>).</p>
<p><strong>Fallbeispiele aus der jüngsten Vergangenheit</strong></p>
<p>#unibrennt ist die erste Protestaktion in Österreich, die nicht von  einem klassischen Medium getragen oder von den Mainstream-Medien  abhängig war. Sie funktionierte über ihre eigenen, viele Menschen  erreichenden Ausspielkanäle. Das garantierte nicht nur die Kontrolle  über die eigenen Aussagen, das erlaubte auch Unabhängigkeit, was  Zeitabläufe betrifft. (Martin Blumenau, fm4). Die Uni-Proteste waren  bisher jedenfalls ein einmaliger Akt der Protestkultur in diesem Land.  Martin Blumenau ging sogar soweit zu sagen: Ich habe dergleichen noch  nicht erlebt.</p>
<p>Womöglich ist alles nur dem medialen Umstieg geschuldet. Wenn die  alten Medien-Mächtigen es schaffen sich die neuen Medien Untertan zu  machen, also ihre Funktion und ihre Nutzung bzw. Ausbeutung erlernen,  dann kann das, was wir gerade erleben, eine Ausnahme bleiben (<a href="http://fm4.orf.at/stories/1630935/" target="_blank">http://fm4.orf.at/stories/1630935/</a>).<br />
Eines steht aber fest: Die Uni-Protest sind auch das Resultat der Instrumentalisierung neuer Netzwerkkommunikationsstrukturen.</p>
<p>Die Bedeutung von #unibrennt wird im Nachhinein überbewertet.  #unibrennt war noch eine Kombination aus traditionellen und neuen  Medien, die eine Öffentlichkeit herstellten. Zuerst waren es die  größeren Medien die darüber berichtet haben, Social Media wirkte eher  verstärkend. Anfangs twitterten nur wenige Leute, aber dadurch wurden  auch wieder andere Medien auf die Sache aufmerksam, was eigentlich los  ist. Der überaus erfolgreiche Livestream wurde deswegen installiert, um  die Aktionen im Audimax nach außen zu kommunizieren. So konnte man  Negativ-Kommunikation entgegenwirken. Es gab z.B. vom Rektor die  Anschuldigung, die Beschädigungen in der Uni beliefen sich auf 100.000  Euro. Andere Medien meinten, die Studenten machen nur Party und  zerstören alles. Durch den Livestream konnte gezeigt werden, was  wirklich passiert und dass viel gearbeitet wird, so der Initiator des  Webstreams von #unibrennt im <a href="http://medienjournal.at/medienjournal/neue-qualitat-der-nachrichtenvermittlung-durch-social-media" target="_blank">Interview </a>mit dem neuen österreichischen  Medienjournal.</p>
<p>Eines sollte man an dieser Stelle nicht vergessen. #unibrennt war  innovativ, ist allerdings gescheitert. Doch auch #unibrennt war so neu  nicht. Die erste Vorstufe zur vernetzten Kommunikationskampagne in  Österreich war die Initiative rund um das scheissinternet.at. Der  mittlerweile pensionierte Programmdirektor des ORF hat am Elevate vom  scheiss Internet gesprochen. Die Initiatoren dieser  Kommunikationskampagne haben auf der Seite scheissinternet.at die  Kommunikation der Social Communities gesammelt und vollautomatisch  zielgerichtet aufbereitet. Die Initiatoren fassen die Hintergründe von  scheissinternet.at wie folgt zusammen: Das Ganze war bzw. ist nichts  anderes als eine Antwort. Vor ein paar Jahren hatte man einfach einen  offenen Brief geschrieben und diesen dann in einem (Print)Medium  publiziert. Wesentlich effektiver sahen wir es aber an, einen offenen  Brief zu gestalten, in dem jeder eine Zeile dazuschreiben kann. (Quelle:  Österreichischer Medienverband)</p>
<p>Im nächsten Beitrag in einem Monat werde ich mich an dieser Stelle  vertiefen. Im Beitrag Neue Netzwerkstrukturen überholen Medienplaner  analysiere ich im Speziellen das neue der Social-Media-Netzwerke und  ihre Bedeutung für die Medienlandschaft. Die  Netzwerkkommunikationsstrukturen haben sich ohne Zweifel verändert.</p>
<p><strong>Literatur:</strong> Constanze Horvath, Internet und Demokratie. Welche  digitalen Partizipationsmöglichkeiten zur Verbesserung des  demokratischen politischen Systems besitzt das Internet? (Dipl. Wien  2000)</p>
<p>Stefan Wray, Elektronischer Ziviler Ungehorsam und das World Wide Web  des Hacktivismus Auerparlamentarische Direkte Aktion im Netz In: <a href="http://www.ots-blog.at/online/virtuelle-demonstrationen1/www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm" target="_blank">www.trend.infopartisan.net/trd7800/t147800.htm</a></p>
<p>Mit freundlicher Unterstützung von <a href="http://www.ots-blog.at/" target="_blank">APA-OTS</a></p>
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		<title>Der Tag der Freien Medien</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 07:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienverband]]></category>

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		<description><![CDATA[Österreichs Medienlandschaft steht großen Herausforderungen gegenüber. Freie Medien sind sowohl Nutznießer als auch Opfer dieser Veränderungen. Im Rahmen des zweiten Tags der Freien Medien am 15. Oktober bekommen Freie Medien erneut die Möglichkeit, ihre Anliegen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter dem Titel „ProduzentInnen brauchen keine Sender“ diskutieren als Höhepunkt der Veranstaltung Martin Blumenau, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Der Tag der Freien Medien" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/medienverband_images/medienverband_image_tag_der_freien_medien.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Österreichs Medienlandschaft steht großen Herausforderungen gegenüber. Freie Medien sind sowohl Nutznießer als auch Opfer dieser Veränderungen. Im Rahmen des zweiten <a href="http://medienverband.at/tag-der-freien-medien?menuArea=service" target="_self">Tags der Freien Medien</a> am 15. Oktober bekommen Freie Medien erneut die Möglichkeit, ihre Anliegen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter dem Titel „ProduzentInnen brauchen keine Sender“ diskutieren als Höhepunkt der Veranstaltung <a href="http://fm4.orf.at/blumenau" target="_blank">Martin Blumenau</a>, Medien-Staatssekretär <a href="http://www.bka.gv.at/site/6591/default.aspx" target="_blank">Josef Ostermayer</a> und diePresse.com Chef <a href="http://medienjournal.at/medienjournal/krotky-fur-die-rettung-sind-wir-selbst-verantwortlich" target="_blank">Peter Krotky</a> über die Veränderung der Medienbranche. <strong><a href="http://medienverband.at/tag-der-freien-medien?menuArea=service">&gt;&gt; hier geht’s zum Tag der Freien Medien</a></strong></p>
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		<title>Stell dir vor, es ist Krieg – und jeder schaut zu!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 07:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>robert.fellner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - Medienkaleidoskop]]></category>
		<category><![CDATA[echtzeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine junge Iranerin wird von einer Kugel getroffen und sackt zu Boden. Drei Männer eilen ihr zu Hilfe. Blut strömt ihr aus Mund und Nase. Wenige Augenblicke später ist die 27-jährige Neda Agha-Soltan tot. Ein 40-sekündiges Video, das vermutlich mit einer Handykamera aufgenommen wurde und seit 21. Juni 2009 im Internet kursiert, zeigt das Sterben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/Youtube-Neda-1.png"><img class="alignnone size-custom0 wp-image-1627" title="Youtube Neda 1" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/Youtube-Neda-1-490x220.png" alt="" width="490" height="220" /></a><br />
Eine junge Iranerin wird von einer Kugel getroffen und sackt zu Boden. Drei Männer eilen ihr zu Hilfe. Blut strömt ihr aus Mund und Nase. Wenige Augenblicke später ist die 27-jährige Neda Agha-Soltan tot. Ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZmrB2FOLqiE">40-sekündiges Video</a>, das vermutlich mit einer Handykamera aufgenommen wurde und seit 21. Juni 2009 im Internet kursiert, zeigt das Sterben der jungen Frau, die in der Folge zur Ikone der oppositionellen Protestbewegungen im Iran wurde. <span id="more-1600"></span></p>
<p>In kürzester Zeit wird das Video vervielfältigt und Millionen Internetusern zugänglich gemacht. Mit Hilfe von <em>Facebook</em>, <em>Youtube</em> und <em>Twitter</em> werden die Mechanismen der staatlich inszenierten Kriegsberichterstattung ausgehebelt, die Zensur wird unterlaufen, die Inhalte sind unkontrollierbar geworden.</p>
<p><strong>Authentischer Echtzeit-Journalismus oder ideologisierte Propaganda?</strong></p>
<p>Was zunächst als Errungenschaft moderner Kommunikationstechnologien erscheint, entpuppt sich bald als die größte Propagandamaschinerie, die bis dato existiert hat. Wer verifiziert die Informationen, die meist ohne Quellenangabe und Nennung des Urhebers im Internet auftauchen? Wer bürgt für die Echtheit der Berichte, die unsere Meinung vehement beeinflussen? Wer garantiert dafür, dass sich unsere Ansicht zu aktuellen Ereignissen nicht auf Luftblasen gründet? Sind wir den täglich auf uns einströmenden (Falsch-)Meldungen hilflos ausgeliefert? Keineswegs. Mit den modernen Kommunikationsmöglichkeiten hat sich auch die Rezeption der Inhalte verändert. Wir sind sensibilisiert darauf, den Wahrheitsgehalt von Informationen kritisch zu betrachten.</p>
<p><a href="http://www.schattenblick.de/infopool/politik/report/prin0039.html">Nidal Bubul</a>, ein 24-jähriger Student aus dem Gaza-Streifen, berichtet über <em>Facebook</em> und <em>Twitter</em> von seinen Erlebnissen im Krieg. Vier Verwandte Nidals sind seit der israelischen Militäroffensive ums Leben gekommen, er selbst hat sein rechtes Bein verloren. Über <em>Social Media Plattformen</em> verschafft Nidal seinem Leid Öffentlichkeit. <em>Facebook</em> dient als Sprachrohr, hilft den Betroffenen dabei, ihre Erlebnisse zu artikulieren und zu verarbeiten. Was zunächst als Prototyp einer authentischen Kriegsberichterstattung erscheint und weit über den „embedded Journalist“ hinausreicht, kann in Bezug auf Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit nicht verifiziert werden. Es ist unmöglich, die zur Verfügung gestellten Informationen zu überprüfen. Dennoch sind Social Media Plattformen in Bezug auf Echtzeit-Journalismus unübertroffen und selbst renommierte Medien ziehen derartige Berichte als Quellen heran. Mit der Entwicklung moderner Kommunikationsprozesse könnte sich auch das Aufgabenspektrum und Rollenbild des Journalisten verändern. Nicht mehr nur das Kreieren von Inhalten, sondern das Filtern, Verifizieren und Interpretieren vorhandener Inhalte könnte stärker in den Vordergrund treten.</p>
<p><strong>Anonymität führt zur Radikalisierung von Inhalten</strong></p>
<p>Die Möglichkeit, Informationen anonym online zu stellen, führt nicht nur zur rasanten Verbreitung von Inhalten, sondern auch zur Radikalisierung derselben. Via <em>Youtube</em> wird für das Abschlachten von arabischen Terroristen geworben, auf <em>Facebook </em>finden sich Hakenkreuz-Embleme. Anstatt Urlaubs- und Partyfotos werden in den Profilen brutale Kriegsbilder zur Schau gestellt, die binnen Minuten Millionen Nutzer erreichen und die Massen mobilisieren, Hass schüren, Wut evozieren. Die Plattformen, die normalerweise gewaltsame Inhalte umgehend löschen, haben längst die Kontrolle verloren. Videos, die einmal hochgeladen worden sind, sind bereits auf unzähligen, privaten Datenträgern gespeichert und können jederzeit wieder vervielfältigt werden. Ob die bereitgestellten Informationen der Wahrheit entsprechen oder Fälschungen sind, ist nicht mehr festzustellen, lediglich die Wirkung der größten Propagandamaschinerie, die es je gegeben hat, ist unbestritten und mächtiger als jedes staatliche Informationssystem.</p>
<p><strong>Links: </strong></p>
<ul>
<li><a title="Krieg der grauenvollen Bilder" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,602274,00.html">Krieg der grausamen Bilder</a> (Spiegel Online)</li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,632047,00.html">Propagandaschlacht um die Heldin des neuen Iran</a> (Spiegel Online)</li>
<li><a href="http://internationale-politik-kriege-konflikte.suite101.de/article.cfm/neda_twitter_facebookund_die_revolte_im_iran">Neda, Twitter, Facebook und die Revolte im Iran</a> (Suite101.de)</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/facebook-twitter-youtube-cyber-krieg-um-afghanistan-1.168118">Cyber-Krieg um Afghanistan</a> (Süddeutsche.de)</li>
<li><a href="http://www.zeit.de/online/2009/03/studenten-gazastreifen">Zeichenweise Kriegsberichte</a> (Zeit Online)</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Verschiedene Formen der Medienselbstkontrolle und deren Einfluss</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/verschiedene-formen-der-medienselbstkontrolle-und-deren-einfluss</link>
		<comments>http://medienjournal.at/medienjournal/verschiedene-formen-der-medienselbstkontrolle-und-deren-einfluss#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 06:47:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernhard.oesterreicher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[MediaAcT]]></category>
		<category><![CDATA[Medienhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Medientransparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienverantwortung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Medienhaus Wien arbeitet derzeit am Forschungsprojekt MediaAcT (Media Accountability and Transparency in Europe) mit. Ein von der EU gefördertes und vom Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus koordiniertes internationales Projekt, das die Formen der Medienselbstregulierung in elf europäischen und zwei arabischen Ländern untersucht und vergleicht. Das Medienjournal sprach dazu mit Daniela Kraus und Klaus Bichler. Medienjournal: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1485  aligncenter" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/Kraus-Bichler.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
Das <a href="http://www.medienhaus-wien.at" target="_blank"><em>Medienhaus Wien</em></a> arbeitet derzeit am Forschungsprojekt MediaAcT (Media Accountability and Transparency in Europe) mit. Ein von der EU gefördertes und vom Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus koordiniertes internationales Projekt, das die Formen der Medienselbstregulierung in elf europäischen und zwei arabischen Ländern untersucht und vergleicht. Das Medienjournal sprach dazu mit Daniela Kraus und Klaus Bichler.<br />
<span id="more-1467"></span></p>
<p><strong>Medienjournal: Könnten Sie vielleicht beschreiben worum es da genauer geht?</strong></p>
<p><strong>Bichler:</strong> Das Projekt hat zum Ziel, dass es die verschiedenen etablierten und auch innovativen Formen von Medienselbstregulierung in europäischen Ländern vergleicht. Wir wollen untersuchen, wo Medienselbstkontrolle funktioniert und erheben, welche Faktoren dafür maßgebend sind. Daraus sollen Handlungsempfehlungen für Journalisten, Medienmanager, Politiker und Mediennutzer abgeleitet werden, damit sie sich in diesen Prozess besser einbringen können.</p>
<p><strong>Medienjournal: Welche Selbstkontrollmechanismen gibt es in anderen Ländern?</strong></p>
<p><strong>Bichler:</strong> Das beginnt bei Presseräten, die in einigen Ländern staatlich reguliert sind, in anderen auch auf Freiwilligkeit beruhen. In den osteuropäischen Ländern geht die Medienselbstkontrolle eher von Journalistenorganisationen als vom Staat aus. Auch in der Zuständigkeit unterscheiden sich die Presseräte: Jener in Finnland ist z. B. für alle Medien, nicht nur für Printmedien, zuständig.  In Deutschland und England wiederum spielt sich sehr viel in der Blogosphäre ab.</p>
<p><strong>Kraus:</strong> Eine wichtige Frage ist außerdem, was Medienunternehmen selbst machen. Was passiert intern unter dem Schlagwort Corporate Social Responsibility? Das ist in vielen Branchen stärker verankert als in der  Medienbranche &#8211; obwohl gerade dort ein öffentliches Gut hergestellt wird. Wie wird mit Fehlern umgegangen? Gibt es Ombudsmänner oder Korrekturspalten?</p>
<p><strong>Medienjournal: Was können Privatinitiativen bewirken?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Mehr Diskurs. Sprüche und Verurteilungen vom Presserat bringen sicher auch etwas. Wichtig ist aber, dass man branchenintern auf einer breiteren Basis darüber diskutiert, was Medien dürfen und wo es Grenzen gibt.</p>
<p><strong>Medienjournal: Funktioniert das in anderen Ländern? Ist es großen Medienunternehmen nicht egal, wenn eine Privatinitiative dort anruft und sagt: „So geht’s nicht!“?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Nicht, wenn öffentlich diskutiert wird. Natürlich ist die Frage der Nachhaltigkeit schwierig. Ein Beispiel für wirksame &#8220;neue&#8221; Formen der Medienkontrolle finden Sie bei <em><a href="http://twitter.com" target="_blank">Twitter</a></em>. Im britischen Wahlkampf attackierten vier verschiedene konservative Zeitungen am gleichen Tag auf ihren Titelseiten den liberalen Politiker Nick Clegg. <em>Twitter</em>-User thematisierten die Kampagne auf humorvolle Art unter dem Schlagwort <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/blog/2010/apr/22/twitter-nick-clegg-newspaper-swipe" target="_blank">#nickcleggsfault</a> &#8211; man könne Nick Clegg dann gleich für alles verantwortlich machen. Der Hashtag hat sich rasant verbreitet. Eine angeschlagene Zehe, der Straßenlärm, kurz: alle Probleme der Welt seien Nick Cleggs Schuld. Die Mainstream-Medien konnten die Dynamik nicht ignorieren und mussten die Kampagne thematisieren.</p>
<p><strong>Medienjournal: Gibt es in Österreich auch Watchblogs?</strong></p>
<p><strong>Bichler:</strong> Ja, es gibt eine relativ lebendige Szene, die teilweise bei den Usern eine beachtenswerte Resonanz hat und sich auf betroffene Medien auswirkt. Dazu zählen z.B.<a href="http://www.kobuk.at" target="_blank"> <em>Kobuk</em></a>,<a href="http://medienschelte.at" target="_blank"> <em>Medienschelte</em></a>, <a href="http://krone-blog.at" target="_blank"><em>Krone-Blog</em></a>, <a href="http://noemix.twoday.net" target="_blank"><em>nömix</em></a>. Bei <a href="http://www.zib21.com" target="_blank"><em>ZiB21</em></a> gibt es oft Beiträge zu journalistischen Arbeitsweisen und auf <em>Twitter</em> passiert auch einiges. Oft posten auch Journalisten selbst auf Kritik in diesen Blogs.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wird kommerziellen Medien damit die Möglichkeit geboten, einen Teil ihrer Verantwortung abzugeben? Herausgeber könnten sich sagen, dass<em> </em>Verstöße gegen ethische Kodizes ohnehin selten entdeckt werden. Wenn doch, müssen sie das halt ausbessern. </strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Nein, das denke ich nicht. Zumindest ein Teil der Medien wird draufkommen, dass Transparenz auch ein ökonomischer und qualitativer Aspekt ist. Ich glaube, Selbstkontrolle wird daher wichtiger werden.</p>
<p><strong>Medienjournal: Ist die Gruppe kritischer User und Blogger nicht relativ klein?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Sie wächst!</p>
<p><strong>Bichler:</strong> Auf<em> <a href="http://www.bildblog.de" target="_blank">Bildblog</a></em>, ein Watchblog, das die Arbeit der <em>Bild</em>-Zeitung beobachtet und kommentiert, greifen pro Tag ca. 50.000 User zu. Das ist für Deutschland natürlich nicht so viel, aber es zeigt Auswirkungen, weil die Kommentare auf anderen Internetseiten verlinkt werden. Immer mehr kommen dadurch drauf, dass im Journalismus vieles schief läuft.</p>
<p><strong>Kraus:</strong> Erst wenn wir wissen, warum etwas nicht funktioniert, können wir Empfehlungen abgeben. Auf politischer Ebene wäre das z.B., die Medienkompetenz der Bevölkerung zu fördern, damit sie kritikfähig ist. Watchblogs alleine fehlt die Kontinuität in der Ausübung von Kritik.</p>
<p><strong>Medienjournal: Es gibt doch den Presserat. Reicht es nicht, wenn sich User an ihn wenden?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Wen interessiert, was vor zwei Monaten passiert ist? Bis eine Beschwerde beim Presserat eingelangt ist und bis ein Spruch veröffentlicht wird, vergeht zu viel Zeit. Der Presserat ist wichtig, hat aber einen grundlegenden Fehler &#8211; nämlich die Fokussierung auf die &#8220;Presse&#8221;. Im Zeitalter der Konvergenz bräuchte es Ergänzungen im Online-Bereich.</p>
<p><strong>Medienjournal: Sehen Sie auch Gefahren oder Risiken für Medienblogs? Gibt es Anzeichen dafür, dass kommerzielle Medien beispielsweise gegen Watchblogs vorgehen?</strong></p>
<p><strong>Bichler:</strong> Ja, der <em>Axel Springer Verlag</em> ist vor kurzem gegen <em>Bildblog</em> erstmals juristisch vorgegangen, weil dieser eine falsche Anschuldigung publiziert hatte. <em>Bildblog</em> hat die falsche Anschuldigung zurückgenommen und sich für den Irrtum entschuldigt. Trotzdem bekamen die Autoren Abmahnungen zugestellt und sollten mehr als 2000 Euro Anwaltskosten rückerstatten. Für den <em>Axel Springer Verlag</em> ist dieser Betrag nicht erwähnenswert, für <em>Bildblog </em>schon. Verlage könnten in Zukunft auf diese Art vielleicht Weblogbetreiber einschüchtern.</p>
<p><strong>Kraus:</strong> So etwas ließe sich regeln, indem man sich z.B. darauf einigt, vor einer Klage erst eine Verwarnung auszusprechen. Wir wollen auf jeden Fall Blogger befragen, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Das werden wir dann mit einem Anwalt diskutieren und anschließend in unsere Empfehlungen einfließen lassen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Es kann also passieren, dass Blogs bei einer Klage eingestellt werden müssen, weil sie die Anwaltskosten nicht zahlen können, obwohl nicht klar ist, ob die Anschuldigungen gerechtfertigt sind?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Ja. Gerade für die neuen Formen der Medienkontrolle ist der medienrechtliche Aspekt besonders relevant.</p>
<p><strong>Medienjournal: Was für Auswirkungen erwarten Sie sich von einer optimalen Medienselbstregulierung?</strong></p>
<p><strong>Kraus:</strong> Am wichtigsten wäre, vor allem aus einer österreichischen Perspektive, dass es einen breiteren Diskurs zur Frage „Wozu brauchen wir Medien, was sollen und was dürfen sie tun?“ gibt. Unser Projekt will untersuchen, wie Medien ihre Verantwortung wahrnehmen, und welche Rahmenbedingungen diesen Prozess unterstützen. Dazu werden auf 3 Ebenen Empfehlungen abgeleitet. Auf politischer Ebene z. B. zur Frage, wie Mediendiskurse gefördert werden können. Für Medienunternehmen werden Argumente geliefert, warum Verantwortung und Selbstkontrolle einen Nutzen haben. Hier beschäftigen wir uns zurzeit mit Stakeholderansätzen und den Erwartungen der unterschiedlichen Interessensgruppen. Auf der dritten Ebene werden Materialien für Journalisten erarbeitet, die helfen &#8211; vielleicht auch trotz knapper Ressourcen &#8211; ethische Richtlinien zu erfüllen.</p>
<p><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.medienhaus-wien.at" target="_blank">Medienhaus Wien</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>„Organisationsprinzip ist die Selbstausbeutung“</title>
		<link>http://medienjournal.at/medienjournal/%e2%80%9eorganisationsprinzip-ist-die-selbstausbeutung%e2%80%9c</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 06:46:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>irina.salewski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - freie Medien]]></category>
		<category><![CDATA[kick off]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[sport]]></category>

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		<description><![CDATA[American Football ist in Österreich keine Randsportart mehr. In der diesjährigen Saison hat der Sport ein weiteres mediales Etablierungselement bekommen. KICK OFF ist eine Zeitschrift, die sich ausschließlich mit Themen rund um den österreichischen American Football beschäftigt. Der Chefredakteur und Herausgeber Manfred Schlitzer hat jahrelange Erfahrung als Sportjournalist. Im Interview mit Medienjournal beim Euro Bowl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-full wp-image-1700" title="kickoff" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/kickoff.jpg" alt="" width="490" height="220" /><br />
American Football ist in Österreich keine Randsportart mehr. In der  diesjährigen Saison hat der Sport ein weiteres mediales  Etablierungselement bekommen. KICK OFF ist eine Zeitschrift, die sich  ausschließlich mit Themen rund um den österreichischen American Football  beschäftigt. Der Chefredakteur und Herausgeber Manfred Schlitzer hat  jahrelange Erfahrung als Sportjournalist. Im Interview mit Medienjournal  beim Euro Bowl Finale im Wiener Hohe Warte Stadion erzählt er über  dieses langersehnte Projekt.<br />
<span id="more-1508"></span></p>
<p><strong>Medienjournal:</strong> <strong>Was ist das KICK OFF? Was  können sich unsere Leser darunter vorstellen?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> KICK OFF ist das erste österreichische American Football Magazin. Es wird gratis bei allen Footballspielen in Österreich verteilt und auch gratis an alle Vereine ausgeschickt, die dann vor Ort die Verteilung übernehmen. Das heißt, eigentlich sollte jeder österreichische Footballfan und jeder österreichische Footballer in den Genuss dieses Heftes kommen. Das Magazin ist kostenlos, gibt über den Verein Auskunft und liegt regelmäßig in den Stadien auf.</p>
<p><strong>Medienjournal:</strong> <strong>Wie ist die Idee zu Stande gekommen KICK OFF zu gründen?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Die Idee ein Footballmagazin zu machen, hatten ich und einige Freunde von mir schon längere Zeit. Ich war aber als Chef vom Dienst bei der Sportwoche so ausgelastet, dass sich das zunächst einfach nicht realisieren ließ. Dann haben sich die Wege von Styria (Anmdd.: Verlag der Sportwoche) und mir getrennt. Und dann war natürlich die erste Idee die ich hatte, eine Footballzeitschrift zu machen. Das war eine ungefähr fünfminutige Besprechung mit Anzeigenleiter und Coherausgeber Tobias Oberzeller und wir haben beschlossen, das Projekt in die Tat umzusetzen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie ist die Arbeit der Redaktion organisiert?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Organisationsprinzip ist die Selbstausbeutung. Das heißt, ich schreibe etwa zwei Drittel des Heftes selbst. Dazu kommen drei bis vier freie Mitarbeiter, die auf Honorarbasis arbeiten. Die Bezahlung ist dementsprechend schlecht. Das liegt nicht daran, dass ich die Arbeit so wenig schätze, sondern daran, dass es einfach schwierig ist, das Ganze zu finanzieren. Ich hoffe, dass es besser wird und es schaut auch ganz gut aus.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie oft erscheint KICK OFF?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Wir hatten geplant, das Magazin viermal pro Jahr zu publizieren, wurden aber durch das relativ hohe Interesse der Anzeigeindustrie dazu gebracht, heuer doch fünf Hefte herauszugeben. Im Jahr 2011 sind bis zur Heimweltmeisterschaft in Österreich vier Hefte geplant. Bis dahin sollte sich entscheiden, ob wir uns so am Markt etabliert haben, dass es dieses Heft weiterhin geben kann.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie gut ist das Magazin beim Leser angekommen?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Bis jetzt haben wir drei Hefte gemacht, wie gesagt eines mehr als wir eigentlich vorhatten. Weil nach der ersten Ausgabe das Interesse so groß war, dass wir praktisch eine Zwischennummer eingeschoben haben. Also der Response ist sehr gut, wir kriegen durchwegs positive Meldungen aus der Szene, wobei das aber nicht das Erscheinen des Heftes garantiert. Für uns essenziell ist das Interesse der Werbewirtschaft, weil das Heft gratis ist und wir rein vom Anzeigenerlös leben müssen. Das setzt aber natürlich voraus, dass das lesende Publikum Interesse daran hat.</p>
<p><strong>Medienjournal:</strong> <strong>Hat KICK OFF sonstige Auftritte außer als Printausgabe?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Wir versuchen im Netz mehr und mehr Fuß zu fassen. Deshalb starten wir jetzt die Aktion „Wähle den Cheerleader deines Herzens“. Das dient nicht nur dazu, die Mädels zu promoten und darzustellen, sondern auch den Leser praktisch bei der Stange zu halten. Und den Leser in der Off-Season auch ans Blatt und an unsere Internetseite zu binden.</p>
<p><strong>Medienjournal: Haben Sie ein Ziel bezüglich des Magazins?</strong></p>
<p><strong>Schlitzer:</strong> Das Ziel Nummer eins wäre, dass es KICK OFF auch nach der Heimweltmeisterschaft 2011 noch gibt. Wenn wir es schaffen, dass das Magazin sich zumindest finanziert bzw. vielleicht leichten Profit abwirft, dann haben wir eigentlich schon Frohland.</p>
<p><strong>Foto:</strong> Herbert Kratky</p>
<p><strong>Link:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.kickoff-magazin.at/">http://www.kickoff-magazin.at/</a></li>
</ul>
<p><strong>INFO</strong></p>
<table border="0" bgcolor="#CCCCCC">
<tbody>
<tr>
<td>Dr. Manfred Schlitzer<br />
- Geboren am 6. Dezember 1958 in Klagenfurt.<br />
- Studium der Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Salzburg.<br />
- Danach Mitarbeiter bei der SPÖ-Zeitschrift Salzburger Tagblatt, freier Journalist für Profil, Sports life (GER), Nissan-Magazin, Visa-Magazin, Powerplay u.a.<br />
- Von 1989 bis 1999 Redakteur beim Sportmagazin<br />
- 1996 bis 2000 Gründer und Chefredakteur von Rapid Magazin, später Berater und Autor- 1999 bis 2009 Chef vom Dienst der Sportwoche<br />
- Seit Oktober 2009 Gründer und einer der Geschäftsführer von Sport Media Services <a href="http://www.sportsmediaservices.at/">http://www.sportsmediaservices.at/</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Flat Earth News: Ninja Turtles und Stille Post</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 19:41:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>laura.sabetzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[buchtipp]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwas ist solange wahr bis es jemand hinterfragt. Erfundene Stories und regelrechte Märchen werden täglich von den Medien verbreitet. Nick Davies erklärt in seinem Buch „Flat Earth News“ warum Medienakteure häufig wie im Spiel „Stille Post“ handeln und Nachrichten recyceln. Das hat meist globale Auswirkungen. Nick Davies 2008 erschienener Bestseller „Flat Earth News“ kommt einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/flat_earth_bild5.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1459" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/07/flat_earth_bild5.jpg" alt="" width="489" height="220" /></a><br />
Etwas ist solange wahr bis es jemand hinterfragt. Erfundene Stories und regelrechte Märchen werden täglich von den Medien verbreitet. Nick Davies erklärt in seinem Buch „Flat Earth News“ warum Medienakteure häufig wie im Spiel „Stille Post“ handeln und Nachrichten recyceln. Das hat meist globale Auswirkungen.<span id="more-1445"></span></p>
<p>Nick Davies 2008 erschienener Bestseller „Flat Earth News“ kommt einem gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Zeitungskrise wieder in den Sinn. Dass viele Medien Unwahrheiten und mangelhaft überprüfte Stories verbreiten, liegt nicht etwa an der Unfähigkeit der Journalisten. Es ist vielmehr ein Ergebnis des Zeitdrucks und der Ressourcenknappheit der Redakteure. Gerade in Zeiten der Krise, in der Medien aller Art zu Sparmaßnahmen gezwungen sind, arbeiten immer weniger Journalisten an einer im größeren Zahl Artikel. Dass die Qualität der Meldungen darunter leiden muss, ist ein logischer Schluss.</p>
<p><strong>„Nachrichtenfabriken“</strong></p>
<p>Dadurch entwickelte sich laut Davies in den letzten Jahren der so genannte „Churnalismus“ (von „to churn out“ – <em>am laufenden Band/Fließband produzieren</em>). Die Journalisten sind nur noch Angestellte der „Nachrichtenfabriken“, in denen sie so schnell wie möglich produzieren müssen. Der Zeitdruck macht die Massenmedien zu Verbreitern von Falschmeldungen, Propaganda und Legenden.</p>
<p>Das Rechercheteam von Davies, Mitarbeiter des Medieninstituts der Universität Cardiff, kam zu einer Reihe interessanter Ergebnissen. Geprüft wurden über zweitausend Berichte britischer Qualitäts- und Boulevardzeitungen. Sie fanden heraus, dass 60% der Inhalte großteils auf Pressemitteilungen und Agenturmeldungen basierten. Nur 12% der Artikel beruhten auf eigenen Recherchen. „PR professionals generally aim specifically to make their own role in a story invisible, and journalists are happy to go along with that.“ (S. 53)</p>
<p><strong>„Ninja Turtle Syndrom“</strong></p>
<p>Was „Flat Earth News“ wirklich bedeutet<strong>,</strong> beschreibt Davies am Beispiel von Mr. Paul Hucker. Dessen Geschichte, diese Erzählung möchte man fast sagen, verbreitete sich von britischen Regionalzeitungen bis zu amerikanischen Nachrichtenagenturen. Die Nachricht lautete: Mr. Paul Hucker hatte sich, im Fall eines Ausscheidens der englischen Fußballnationalmannschaft bei der WM 2006<strong>,</strong> gegen ein etwaiges „emotionelles Trauma“ versichern lassen. Einziges Manko: Diese Story war falsch. Obwohl es ein Aufwand von Minuten gewesen wäre die Fakten zu überprüfen, wurde die Story weltweit publiziert. Laut Davies hat diese Geschichte alles, was eine „Flat Earth News“-Nachricht braucht: „[…] an unreliable statement created by outsiders, usually for their own commercial or political benefit, injected via a wire agency into the arteries of the media through which it then circulates arount the whole body of global communication.” (S. 51) Davies nennt dieses Phänomen das „Ninja Turtle Syndrom” – eine Story wird publiziert, aus dem einfachen Grund, weil dies eine andere Zeitung auch gemacht hat. Doch wie bei „Stille Post“ geht bei jeder Person – bei jedem Medium – ein Stückchen Wahrheit verloren. Davies vergleicht das mit der, in den 1990ern beliebten Fernsehserie <a href="http://www.imdb.com/title/tt0100758/">Teenage Mutant Ninja Turtles</a>, die jedes Kind sehen und die Spielfiguren besitzen wollte.</p>
<p><strong>&#8220;Millennium Bug&#8221;<br />
</strong></p>
<p>Davies nennt noch viele ähnliche Stories. Beispielsweise die Medienberichte über Massenvernichtungswaffen im Irak oder die Angst vor globalen Netzwerkabstürzen zum Millennium (&#8220;Millennium Bug&#8221;). Wie viele andere Bücher zum Thema Qualitätsverlust und Nachrichtenindustrie, bietet dieses lediglich eine Tatsachenbeschreibung und -analyse, aber keine Lösung. Kritisieren könnte man, dass Davies Sinne der „good journalist vs. bad journalist“-Sicht schreibt: Er als „guter“ Redakteur der Qualitätszeitung, gegen die „bösen“ anderen Journalisten der Boulevardzeitungen. Das irritiert kurzzeitig. Die präzise recherchierten Tatsachenbeschreibungen und die Fülle an Beispielen machen das Buch aber überaus vielschichtig. Besonders lesenswert ist das Kapitel „The Rules of Production“. „Flat Earth News“ ist nicht der Weisheit letzter Schluss<strong>,</strong> aber ein interessantes journalismuskritisches Buch über die Methoden der Nachrichtenproduktion, welches auch in den folgenden Jahren weiter gelesen werden wird.</p>
<p><em>Flat Earth News. An Award-winning Reporter Exposes Falsehood, Distortion and Propaganda in the Global Media.</em> Taschenbuch. Vintage Books London, 2008, 420 Seiten, 11,99 Euro</p>
<table bgcolor="#CCCCCC">
<tr>
<td>
<strong>Der Autor</strong>:<br />
Nick Davies, geboren 1953, schrieb mehrere Bücher zu Journalismus und Politik und nahm sich immer wieder demokratiepolitischen Fragen an. Er ist Journalist bei der Britischen Tageszeitung <em>Guardian</em>. Er wurde <em>Journalist of the Year</em>, <em>Reporter of the Year</em> und <em>Feature Writer of the Year</em> bei den Britischen Presse-Awards. Weitere Bücher sind “White Lies”, “Murder on Ward Four”, “Dark Heart” und “The School Report”.
</td>
</tr>
</table>
<p><strong>Links</strong>:</p>
<ul>
<li> Nick Davies Official Website: <a href="http://www.nickdavies.net/">http://www.nickdavies.net/</a></li>
<li> „Kommerzielles Gift zerstört den Journalismus”, Standard Interview: <a href="http://derstandard.at/1234509609870">http://derstandard.at/1234509609870</a></li>
<li> „Journalism, not ‚churnalism’, BBC News: <a href="http://www.bbc.co.uk/blogs/theeditors/2008/02/journalism_not_churnalism.html">http://www.bbc.co.uk/blogs/theeditors/2008/02/journalism_not_churnalism.html</a></li>
</ul>
<p><strong>Bild</strong>: Laura Sabetzer</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Krotky: Für die Rettung sind wir selbst verantwortlich</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 08:16:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.aschauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienjournal]]></category>
		<category><![CDATA[Medienjournal - hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[krotky]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[social-media]]></category>
		<category><![CDATA[web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Medienbranche steht im Umbruch, der Journalismus gerät unter Druck und neue Finanzierungsmodelle sind gefragt. Mit dem Medienjournal spricht Peter Krotky, Online-Chef von &#8220;Die Presse&#8221; Digital, unter anderem über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche, Geschäftsmodelle der Zukunft und warum er mit Facebook nicht viel am Hut hat. Medienjournal: Zukunftsfeld Journalismus: Man hört, dass die Lehrredaktion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-1412" title="pressedigital" src="http://medienverband.at/wp-content/uploads/2010/06/pressedigital.jpg" alt="" width="490" height="220" /></strong><br />
Die Medienbranche steht im Umbruch, der Journalismus gerät unter Druck und neue Finanzierungsmodelle sind gefragt. Mit dem Medienjournal spricht Peter Krotky, Online-Chef von &#8220;Die Presse&#8221; Digital, unter anderem über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche, Geschäftsmodelle der Zukunft und warum er mit Facebook nicht viel am Hut hat.<span id="more-1411"></span><strong> </strong></p>
<p><strong>Medienjournal: Zukunftsfeld Journalismus: Man hört, dass die Lehrredaktion bei &#8220;Die Presse&#8221; auf Sparflamme läuft. Aus Projekten wie CHiLLi.cc hat man sich zurückgezogen. Die Zukunft gehört demnach nicht den jungen Journalisten?</strong></p>
<p><strong>Krotky:</strong> Die Presse-<a href="http://diepresse.com/unternehmen/lehrredaktion/index.do" target="_blank">Lehrredaktion</a> existiert in dieser Form seit 1997 und hat seitdem jährlich stattgefunden. 2009 wurde die Lehrredaktion dann ausgesetzt und auch 2010 wird es voraussichtlich keine geben. Die Lehrredaktion ist für uns die wesentliche Rekrutierungsbasis für den journalistischen Nachwuchs – und wir haben immer auch einen großen Teil der Absolventen dauerhaft in unser Team übernommen. Tatsächlich aber sehen wir derzeit wenig Bedarf an neuem Personal, weshalb wir die Lehrredaktion zunächst einmal ausgesetzt haben.</p>
<p>Trotzdem wird es auch und gerade in Zukunft Bedarf an jungen Menschen geben, die Journalismus neu denken und abseits oft vorgefahrener Bahnen ganz neue Ansätze ausprobieren.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Medienjournal: Das spiegelt auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Medienbranche wieder? </strong></p>
<p><strong>Krotky:</strong> Ja, natürlich auch. Wir schauen genau auf unsere Kosten, da die Erlöse in den nächsten Jahren wohl kaum sprunghaft ansteigen werden. Deswegen gibt es zurzeit auch keine großen personellen Ausweitungen. Die Presse war immerhin das einzige Verlagshaus in Österreich, das auch in der Krise massiv in ein neues Produkt investiert hat: Wir haben im Frühjahr 2009 &#8220;Die Presse am Sonntag&#8221; gestartet. Unter „normalen“ Umständen hätte es zumindest eine Rumpfmannschaft für dieses neue Produkt gegeben. Jetzt wird die Sonntagspresse eben von der bestehenden Mannschaft gemacht.</p>
<p><strong>Medienjournal: Stichwort Geschäftsmodelle der Zukunft, die der veränderten Medienbranche Rechnung tragen: Es gibt Projekte wie <a href="http://flattr.com/">Flattr</a>, es gibt Diskussionen ähnlich der Kulturflatrate in der Musikbranche, die auch seitens der Politik – z.B. Mediensprecher der ÖVP, Klubobmann Kopf &#8211; interessiert verfolgt werden. Welche Geschäftsmodelle gibt es in einer Abteilung wie &#8220;Die Presse&#8221; Digital?</strong></p>
<p><strong>Krotky</strong>: &#8220;Die Presse&#8221; Digital wird bisher fast ausschließlich durch Werbung finanziert. In Österreich geht aber erst ein relativ kleiner Teil des Gesamtwerbevolumens in digitale Medien. Da besteht im internationalen Vergleich sicher noch Nachholbedarf. Gleichzeitig ist das Inventar – also die Anzahl der buchbaren Werbekontakte &#8211; im digitalen Bereich sehr groß. Die Folge sind sinkende Preise für Werbung. Dazu kommt die allgemeine wirtschaftliche Flaute, was natürlich auch die Erlössituation der Medien insgesamt nicht gerade einfacher macht.</p>
<p>Eine mögliche zweite Säule wäre Paid Content. Da erleben wir derzeit gerade ein paar interessante Versuche – einerseits auf den neuen Tablet-Plattformen wie dem iPad, andererseits im klassischen Internet wie etwa die Paywall der britischen Times oder in Österreich das Freemium-Modell bei unseren Kollegen vom Wirtschaftsblatt. Man wird sehen, was die Zukunft hier bringt. Derzeit sieht es meiner Meinung nach aber nicht danach aus, dass mit Paid Content substanzielle Erlöse erzielt werden können.</p>
<p>Faktum ist, dass weltweit nur sehr, sehr wenige Medienunternehmen mit ihren Online-Auftritten profitabel sind. Ich denke, es wird in Zukunft nicht das EINE Geschäftsmodell geben, sondern es wird eine Summe verschiedener Maßnahmen sein, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit digitaler Medienunternehmen gewährleistet. Jedenfalls hat man sich international von der früheren Hoffnung verabschiedet, dass Rückgänge im klassischen Offline-Geschäft in gleicher Höhe durch digitale Erlöse aufgefangen werden können. Das wird so wohl nicht passieren.</p>
<p>Am Ende steht die entscheidende Frage: Wie wird Journalismus, wie wir ihn kennen, in Zukunft finanzierbar sein? Und zwar unabhängig davon, auf welcher Plattform er stattfindet. Das Geschäftsmodell von Printmedien gerät weltweit zunehmend unter Druck; im digitalen Bereich sind funktionierende Geschäftsmodelle noch nicht gefunden. Letztendlich aber gilt: Der Markt hat immer recht – ob uns das passt oder nicht. Klar ist aber ebenso: Weniger Journalismus kann auch ein Problem für demokratische Gesellschaften werden.</p>
<p><strong>Medienjournal: Im IT-Forum der Austria Presse Agentur (APA) haben Sie gesagt, Apples iPad wird die Zeitungen nicht retten, der Kindle sowieso nicht.</strong></p>
<p><strong>Krotky:</strong> Die Tablets bringen keine Revolution. Sie spitzen nur die altbekannten Frage neu zu: Welche Geschäftsmodelle funktionieren? Werden Menschen bereit sein, für journalistische Inhalte zu bezahlen? Für unsere Rettung ist jedenfalls nicht Steve Jobs verantwortlich, sondern nur wir selbst.</p>
<p>Wenn man dem nach wie vor anhaltenden Hype rund um iPad &amp; Co. etwas auf den Grund geht, schaut die Lage folgendermaßen aus: Die österreichischen Mobilfunker rechnen recht einheitlich mit rund 50.000 verkauften Tablets pro Jahr. Wenn das so stimmt, dann ist die Größenordnung zumindest für die nähere Zukunft überschaubar. Ja, es ist eine spannende Plattform, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Aber auf Sicht ist das noch kein Game Changer. Was in fünf oder zehn Jahren sein wird, lässt sich schwer abschätzen.</p>
<p>Zusätzlich bleibt die Frage offen: Wird die Zahlungsbereitschaft für journalistische Inhalte mit den Tablets größer werden? Wohlgemerkt: Nicht die Bereitschaft, für das Herunterladen eines Stücks Software zu bezahlen, sondern regelmäßig für die Inhalte, die auf das Gerät geliefert werden. Rund drei Viertel der Apps, die in Apples App-Store angeboten werden, sind Bezahl-Apps. Aber diese Bezahl-Apps machen nur rund ein Viertel der tatsächlich heruntergeladenen Apps aus. Und bei den allermeisten davon reden wir nur von Einmalzahlungen für das Herunterladen, noch nicht von regelmäßigen Zahlungen für die Inhalte.</p>
<p><strong>Medienjournal: Wie sehen eure Strategien bei der Social Media-Kommunikation aus? Ihr bietet eure Page auch auf Facebook an. Diese weist vergleichbare Abonnentenzahlen wie der Österreichische Medienverband auf. Wird der Content weiterhin gratis zur Verfügung gestellt werden? </strong></p>
<p><strong>Krotky:</strong> Social Media – vor allem Facebook und Twitter – sind zunehmend wichtigere Wege, wie Menschen mit unseren Inhalten in Kontakt kommen. Immer mehr Menschen sagen: „Wenn eine Nachricht wichtig ist, dann muss ich sie nicht suchen, sondern sie wird zu mir kommen.“ Und meinen damit, dass sie schon jemand etwa via Facebook darauf aufmerksam machen wird. Das stellt natürlich eine Veränderung dar, wie Menschen Nachrichten konsumieren, die wir erkennen und spüren. Aber letztlich bleibt uns nicht viel mehr, als Social Media als zusätzlichen Verbreitungsweg unserer Inhalte zu sehen. Wir werden wohl kaum unsere Website auflassen können und dafür nur noch in Facebook präsent sein.</p>
<p>Ich geb´s zu: In meinem Alter – ich bin 46 &#8211; und mit meinen Interessen ist Facebook vielleicht die erste Sache im Netz, mit der ich persönlich nicht wirklich etwas anfangen kann. Ich kann es wohl intellektuell durchschauen, aber wenn ich dann lese, was meine virtuellen „Freunde“ so hinterlassen, dann stelle ich fest: Das meiste davon nützt mir nichts, vieles davon will ich überhaupt nicht wissen. Deshalb überlasse ich unsere Überlegungen zu dem Thema gern auch jüngeren Mitarbeitern, für die Facebook ganz offenbar ein wesentlicher Bestandteil ihres digitalen Lebens geworden ist.</p>
<p><strong>Medienjournal: Funktionierende Werbung braucht funktionierende Medien. Braucht es zu aller erst nicht einheitliche technische Standards wie z. B. einheitliche Displays?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Krotky: </strong>Es ist viel über die Krise der Tageszeitungen, ja der Medien und des Journalismus insgesamt zu hören und zu lesen. Aber dieselben Entwicklungen treffen natürlich auch die Werbebranche. Was macht die, wenn ihr die überschaubare Anzahl großer Werbeträger der Vergangenheit abhanden kommt und abgelöst wird von einer beinahe unendlichen Vielfalt an Medien? Wie geht die Branche mit Google um, das sich hier als mächtiger, globaler Player etabliert hat? Wenn sich die Medienlandschaft und der Medienkonsum verändert – und das passiert längst -, dann wird sich auch die Werbelandschaft grundlegend verändern.</p>
<p><strong>Medienjournal: Die österreichische Förderpolitik läuft wie der Präsident des Österreichischen Journalistenclubs gesagt hat, nach Gießkannenprinzip ab und ist keine Innovationsförderung. Es gibt ja auch für kommerzielle Rundfunksender Medienförderungen. Hier stellt sich die Frage, wie tot der Journalismus sein muss, dass man staatliche Subventionen für kommerzielle Produkte anbieten muss?</strong></p>
<p><strong>Krotky:</strong> Ich glaube an die freie Marktwirtschaft. Das heißt: Wenn es eine zu geringe Nachfrage nach unseren Produkten gibt, wenn zu wenig Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen, müssen wir das zur Kenntnis nehmen. Herumraunzen bringt nichts. Entweder wir holen die Menschen mit ihren Bedürfnissen besser ab, finden funktionierende Geschäftsmodelle oder es gibt uns eben nicht mehr.</p>
<p>Wie sich die Politik in Österreich auf Kosten der Steuerzahler einen öffentlichen Rundfunk hält, halte ich für völlig inakzeptabel. Also werde ich auch nicht erwarten, dass die Zukunft anderer Medien künftig von öffentlichen Subventionen abhängig sein soll. Abgesehen davon: An diesem Punkt ist der Journalismus in Österreich noch längst nicht angelangt, dafür gibt es noch viel zu viele spannende Herausforderungen und Chancen.</p>
<p><strong>Medienjournal: Bürgermedien oder Partizipation beim Medium DiePresse.com: Der Festivalreporter ist jetzt ausgeschrieben. Ist mehr dergleichen geplant, User aktiv in die Redaktion einzubinden?</strong></p>
<p><strong>Krotky: </strong>Ich bin solchen Dingen gegenüber grundsätzlich sehr positiv eingestellt. Es ist aber schwierig Formen zu finden, die auch funktionieren. Einerseits, dass sie sich sinnvoll integrieren lassen – hinsichtlich der Themen und Erwartungen, die an ein Medium wie <a href="http://diepresse.com/" target="_blank">DiePresse.com</a> gestellt werden. Andererseits, dass auch genug Leute mitmachen wollen.</p>
<p>Gelungenes Beispiel dafür ist der Reporterwettbewerb, den wir jährlich seit 2007 abhalten. Der Gewinner darf mit unserem erfahrenen Kollegen Thomas Seifert in die Welt ziehen und sein Wunsch-Thema crossmedial bearbeiten. Mit Blogs, Video und großen Reportagen auch in der Print-Ausgabe. Das passt gut zu unserer Marke, zu unserem Anspruch an Qualitätsjournalismus und auch zur Förderung von jungen Nachwuchsjournalisten.</p>
<p>Die Festivalreporter funktionieren etwas anders. Hier sollen junge Menschen ihre Eindrücke von den großen Musikfestivals für DiePresse.com festhalten. Auch das hat sich seit 2008 gut bewährt.</p>
<p>Unsere Überlegungen bei der Kooperation mit CHiLLi.cc sind in eine ähnliche Richtung gegangen. Das hat sich allerdings nicht ganz so bewährt, wie wir uns das zunächst vorgestellt haben. Ausschlaggebend dafür, dass wir die Kooperation letztlich einvernehmlich aufgelöst haben, war aber von unserer Seite her letztlich der zunehmende Kostendruck, sodass wir alle Engagements, die nicht das Kerngeschäft betreffen, einer Prüfung unterzogen haben.</p>
<p><strong> Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://diepresse.com/" target="_blank">DiePresse.com</a></li>
<li><a href="http://diepresse.com/unternehmen/mitarbeiter/mitarbeiteronline/472655/index.do" target="_blank">Peter Krotky auf diePresse.com</a></li>
<li><a href="http://krotky.at/" target="_blank">Peter Krotky</a></li>
</ul>
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